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Foto: Ulla Salzgebers Olympiapferd Rusty hat mittlerweile zwei Klone. Für ihre Entstehung brauchten die Wissenschaftler acht Jahre © Maximilian Schreiner

Rusty-Klone in der Zucht – Teil 1

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Ulla Salzgebers Rusty gibt´s jetzt dreimal. Einmal in Ungarn auf der Rentnerkoppel, ein zweites Mal als Jährling in Frankreich und ein drittes Mal, ebenfalls als Jährling, in Texas. Die Nachricht, dass Ulla Salzgebers legendäres Olympiapferd Rusty zwei Klone hat, kam nur wenige Tage nach dem Aufreger aus Oregon, USA: Dort war es Genforschern erstmals gelungen, embryonale Stammzellen zu klonen. In der Pferdewelt nichts Neues. Aktuell leben rund 150 geklonte Pferde weltweit, sechs Klon-Hengste stehen bereits im Deckeinsatz. Auf dem letzten FEI Sport-Forum ließ der Weltreiterverband offiziell Klone und ihre Nachzucht für FEI-Veranstaltungen zu. Wird bald wieder ein junger Rusty durchs Viereck schweben?

Dollys Erbe

Mit Dolly, dem Schaf, das schottische Wissenschaftler 1996 klonten, fing alles an. Das erste geklonte Pferd kam 2003 zur Welt, in Cremona in Italien: das Haflingerfohlen Prometea. Die Stute, die das Fohlen austrug, war auch Lieferant für das Erbmaterial – sie trug also ihre eigene Zwillingsschwester aus. Prometeas Schöpfer waren Wissenschaftler aus dem Team um Dr. Cesare Galli vom Laboratorio di Tecnologia della Riproduzione (LTR). Sie entnahmen Tierkadavern in einem Schlachthaus Hunderte Eizellen, kultivierten sie und ersetzten das Erbgut durch die DNA aus Hautzellen erwachsener Pferde. Die Ausbeute war mager: Aus 841 rekonstruierten Eizellen entstanden innerhalb einer Woche lediglich 22 Embryonen. Nur ein Fötus entwickelte sich schließlich zu einem Fohlen. Prometea war eine x-beliebige Schöpfung. Doch zwei Jahre später gelang es den italienischen Forschern, in Zusammenarbeit mit dem französischen Gen-Labor Cryozootech, das erste Hochleistungspferd zu klonen: den damals 20-jährigen Vollblut-Araber Pieraz, der in den 90er-Jahren zweimal Distanz-Weltmeister war. Das Retortenfohlen Pieraz-Cryozootech-Stallion gab den Experimenten eine Art züchterische Legitimierung: Pieraz war ein Spitzensportler, von dem die Pferdezucht profitiert hätte – wäre er nicht Wallach gewesen.

Gen-Shopping

Dressur-Weltmeisterin Poetin, die mit einem Auktionspreis von 2,5 Millionen Euro zum teuersten Dressurpferd aller Zeiten wurde, stand der Zucht nie persönlich zur Verfügung: Sie wurde im Alter von acht Jahren wegen Hufrehe eingeschläfert. Ihre beiden Klone sollen das wertvolle Erbmaterial jetzt weitergeben © Maximilian Schreiner

Das erklärte Ziel der Forscher lautete nun, das Erbgut von Ausnahmepferden, die früh starben oder kastriert wurden, an spätere Generationen weiterzugeben. Zu diesem Zweck legte Cryozootech eine Gendatenbank an. Seitdem zieht Dr. Eric Palmer, der das Unternehmen 2001 gegründet hat, von Stall zu Stall, um den Besitzern von Spitzenpferden deren Erbmaterial abzukaufen. Das Prozedere für den Gen-Kauf ist einfach: Ein Tierarzt stanzt den Pferden eine fingernagelgroße Hautprobe aus der Brust. Die darin enthaltenen Zellen werden dann im Labor kultiviert und tiefgefroren. Zum Klonen wird die Konserve wieder aufgetaut, mit einer entkernten Eizelle verschmolzen und einer Leihstute eingesetzt. Das Honorar? Darüber schweigen sich alle Seiten aus.

Palmer hat mit seiner Shopping-Tour Erfolg: Bei Cryozootech können sich Züchter aus einem 56 Seiten starken Katalog für 200.000 Euro ihren ganz persönlichen Klon aussuchen. Dazu kommen noch etwa 30.000 Euro für die Rechte am Genmaterial, die genaue Summe hängt vom Original ab. Zu haben wären zum Beispiel noch Beauvalais (Heike Kemmer) oder Jolie Coeur (Franke Sloothaak). Auch die Namensliste der Spender, die bereits als Vorlage dienten, ist beeindruckend: Quidam de Revel, E.T., Calvaro, Poetin, Ratina. Und nun auch Rusty. Das Lettische Warmblut, mit dem Ulla Salzgeber unter anderem zweimal olympisches Mannschaftsgold sowie Einzelbronze und Einzelsilber holte, ist ein Wallach. „Wir planen, die beiden Rusty-Klone als Deckhengste einzusetzen“, sagt Palmer.

Klone im Sport?

Ratina Z, die als erfolgreichstes Springpferd der Welt gilt, starb 2010 in Riesenbeck bei ihrem langjährigen Reiter Ludger Beerbaum. Ein Jahr vorher kamen auf Gestüt Zangersheide drei in Texas produzierte Klone der Stute an © Maximilian Schreiner

Nachdem der Weltreiterverband FEI im Juni 2012 den lange umstrittenen Einsatz von Klonen im Sport offiziell erlaubt hat, zieht Palmer die Zusammenarbeit mit einem erstklassigen Dressurreiter in Betracht. „Die Zucht und Ausbildung von Dressurpferden ist neu für uns – wir sind eher Genforscher als Pferdeleute“, sagt er. „Wir suchen gerade nach Partnern aus der Dressurwelt, denn wir werden nun auch darüber nachdenken müssen, Klone in den Sport zu bringen.“ Wäre die natürliche Konkurrenz noch gegeben, wenn man im Parcours gegen drei E.T.s und im Viereck gegen zwei Rustys antreten müsste? Die amerikanische Tierärztin und Genforscherin Dr. Katrin Hinrichs, die 2005 an Quidams Klonprozess beteiligt war, beruhigte damals: „Klonen ist nicht dazu da, Turniercracks hervorzubringen. Dazu sind die Bedingungen, denen ein geklontes Fohlen sowohl im Mutterleib als auch nach der Geburt ausgesetzt ist, zu unterschiedlich. Zwar hat ein Klon das gleiche Erbmaterial wie seine Vorlage, doch seine Wesensmerkmale sind vermutlich ganz anders. Denn Aufzuchtbedingungen, gute oder schlechte Erfahrungen und nicht zuletzt die Qualität der Ausbildung und des Reiters spielen eine entscheidende Rolle für den Charakter und die Qualität eines Sportpferdes.“ Das sieht auch der Chef-Veterinär der FEI, Graeme Cooke, der beim FEI Sport-Forum dabei war, ähnlich. Trotzdem: Die Züchter wollen den E.T.-Klon, der mittlerweile sieben Jahre alt ist, springen sehen – und er springt! Im Moment zwar nur auf der Internetseite von Cryozootech, doch er geht so locker-flockig durch den Parcours, dass man sich ihn durchaus als erfolgreiches Springpferd vorstellen kann.

Gesundheitliche Probleme

E.T. sprang unter Hugo Simon 3,2 Millionen Euro zusammen. Er wurde geklont, weil er ein Wallach ist. Seit 2009 steht sein Klon im Deckeinsatz, Tiefgefriersperma wird weltweit verschickt © Maximilian Schreiner

Der Versuch, Rusty zu klonen, dauerte insgesamt acht Jahre. „Beim Klonen kommen viele Abgänge und Frühgeburten vor“, erklärt Palmer. „Das liegt an einer fehlerhaft en Reprogrammierung des Genoms, auch epigenetische Abnormalitäten genannt. Defekte Embryonen gehen ab.“ Die Entstehung der Rusty-Klone ist schwer in Zahlen zu fassen. „Tausende gesammelter Eizellen, Hunderte Zelltransfers, Dutzende Embryonen, über zehn fehlgeschlagene Trächtigkeiten…“, resümiert der Wissenschaftler. „Die Embryonen, die nach drei Wochen gesund sind, entwickeln sich relativ normal.“

Prof. Dr. vet. med. Eckhard Wolf vom Genzentrum der LMU München hat allerdings eine gesundheitliche Beeinträchtigung bei Klonen beobachtet: „Tatsächlich treten Defekte an verschiedenen Organen bei Klontieren wesentlich häufiger auf als bei natürlich gezeugten Tieren. Dies kann natürlich mit schweren Leiden für das Tier verbunden sein.“ Auch eine Calvaro-V-Kopie kam erst nach fünf Jahren gesund zur Welt, unter anderem deshalb, weil ein vorheriges Fohlen eine Frühgeburt war und, genau wie Dolly, an Arthritis litt. Das gesunde Fohlen war dann bei seiner Geburt schon zu 25 Prozent an Investoren verkauft. Denn das Geschäft mit den Klonen ist nicht nur einem elitären Kreis vorbehalten.

 

 

 

 

Klone für jedermann

Der erste gesunde Klon von Willi Melligers „weißem Mythos“ Calvaro V war bei seiner Geburt bereits zu 25 Prozent an Investoren verkauft. Für seine „Herstellung“ brauchten die Wissenschaftler fünf Jahre © Maximilian Schreiner

Es gibt durchaus günstige Möglichkeiten, im großen Reproduktions-Roulette mitzuspielen. Beim sogenannten Cell Banking kann man zum Beispiel das Genmaterial seines eigenen Pferdes einfrieren lassen (ca. 5000 Euro) oder sich beim Clone Sharing für einen ähnlichen Betrag an einem Klon beteiligen. Man kann in Frankreich sogar seinen eigenen Vierbeiner reproduzieren lassen (Kosten: 250.000 Euro). Deutlich preiswerter bekommt man einen Pferde-Klon in den USA. Das Unternehmen ViaGen in Austin/Texas ist die einzige Firma weltweit, die das Klonen von Haustieren und Pferden kommerziell betreibt. 125 gesunde Pferdeklone habe die Firma bereits hervorgebracht und in die ganze Welt geliefert, berichtet ViaGen, und 2000 Leihstuten stünden zur Verfügung. Auch hier muss der Kunde dem Labor lediglich eine Hautprobe zur Verfügung stellen, um den Rest kümmern sich die Wissenschaftler. Für 165.000 Dollar fliegt schließlich das gesunde Fohlen mit seiner Leihmutter zum Auftraggeber, nach dem Absetzen reist die Mutterstute wieder zurück nach Texas. „Die Nachfrage nach geklonten Pferden steigt stetig an“, sagen die amerikanischen Forscher. „Die meisten Auftraggeber kommen aus Europa und Südamerika.“ Aber hat ein Klon überhaupt ähnliche Wesensmerkmale wie das Original? „Bisher gibt es dazu keine systematische Untersuchung“, sagt Wolf. „Meine Vermutung ist, dass sich das geklonte Tier durchaus stark vom Original unterscheiden kann. Ich denke, dass viele der Auftraggeber mit dem Ergebnis unzufrieden sein werden.“

 

© Dieser Auszug basiert auf einem Beitrag von Anna Castronovo, der im Sammelwerk „Ausgewählte Hengste Deutschlands 2014/15“ erschienen ist.

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