Kategorie: Pferdehaltung

  • Profi-Böden für Pferde

    Profi-Böden für Pferde

    Die Pfedeböden von Regupol werden von Profis empfohlen. Beispielsweise nutzt Dressurreiterin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein die Pferdeböden Made in Germany in Ihren Stallungen. Hier liegen verschiedene Stallmatten, die seit Jahren für ein angenehmes Klima und Arbeiten sorgen. Welche Erfahrungen Nathalie zu Sayn-Wittgenstein in mit den Pferdeböden aus  Bad Berleburg gemacht hat, erklärt sie in diesem Video:

    Dressurreiterin und Landestrainerin der dänischen Equipe, Nathalie zu Sayn-Wittgenstein, betreibt in der Nähe von Schloss Berleburg eine Pferdezucht und bildet Jungpferde aus. „Mit der Pferdezucht habe ich meine Leidenschaft und mein Hobby zum Beruf gemacht“, erklärt sie. „Wenn ich sehe, wie wohl sich meine Pferde in ihrer Box fühlen, dann weiß ich, dass ich mit den Regupol Pferdeböden die richtige Wahl getroffen habe. Hier stimmt einfach die Qualität.“

    Weitere Informationen auf www.regupol.com

  • Atemwegserkrankungen beim Pferd

    Atemwegserkrankungen beim Pferd

    Auch Pferde können unter Atemwegserkrankungen leiden. Diese gehören sogar zu den sehr häufigen Erkrankungen, die unbedingt auch ernst genommen werden sollten. Sie äußern sich beispielsweise durch verringerte oder nicht vorhandene Leistungsfähigkeit und Husten. Oft sind diese Erkrankungen auf Viren, Bakterien oder Pilze zurückzuführen. Aber auch Allergien können Beschwerden hinsichtlich Atmung hervorrufen. Wichtig ist es, die Ursache zu finden, um dagegen vorgehen zu können.

    Diagnostik von Atemwegserkrankungen beim Pferd  

    Es gibt verschiedene Atemwegserkrankungen, unter welchen Pferde leiden können. Dazu gehören zum Beispiel (akuter) Husten, asthmatische Beschwerden oder chronisch obstruktive Bronchitis, kurz: COB. Auch Allergieprobleme können bei Pferden Atemwegsbeschwerden auslösen, wenn diese mit allergieauslösenden Stoffen in Kontakt kommen. Auch Haltungsfehler wie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Stall können Probleme verursachen.

    Atemwegserkrankungen beim Pferd 

    • chronisch-obstruktive Bronchitis
    • Rhinopneumonitis
    • Husten

    Mögliche Ursachen für Atemwegserkrankungen bei Pferden  

    Atemwegserkrankungen beim Pferd können unterschiedliche Ursachen haben. Zu den typischsten gehören beispielsweise Infektionen durch Viren oder Bakterien. Auch Allergien gegen Schimmelpilzsporen, Futtermilben oder Blütenpollen können Beschwerden auslösen. Auch Reizungen der Atemwege, etwa durch Staub und auch ungünstige Verhaltensweisen wie Bewegungsmangel können Atemwegsbeschwerden beim Pferd zur Folge haben. Wichtig ist, nicht nur die akute Erkrankung zu behandeln, sondern für eine Umgebung zu sorgen, in der das Risiko für weitere Erkrankungen möglichst gering ist. Auch eine Stärkung des Immunsystems des Pferdes sollte nicht außer Acht gelassen werden.

    Wie kann man das Risiko für eine Erkrankung mindern? 

    Die gute Nachricht ist, dass das Risiko für das eigene Pferd, sich eine Atemwegserkrankung zuzuziehen, gemindert werden kann. Eine Möglichkeit dafür ist es, auf eine hohe Qualität des Futters zu achten. Denn insbesondere bei Heu und Stroh kann es bei minderwertigen Produkten vorkommen, dass diese mit Schimmelsporen oder ähnlichen schädlichen Stoffen verunreinigt sind. Auch die Verringerung der Eiweißzufuhr hilft dabei, das Erkrankungsrisiko zu mindern. Das gelingt am einfachsten durch die Verringerung des Grasanteils am Ernährungsplan. Generell sind die Unterstützung des Immunsystems des Pferdes und auch die Unterstützung der Leberfunktion sehr ratsam. Am einfachsten gelingt das etwa durch die Zufuhr von bestimmten Kräutern.

    Die Behandlung von Atemwegserkrankungen  

    Zur erfolgreichen Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden sind verschiedene Faktoren von Bedeutung. Einerseits ist die Optimierung der Haltung des Tieres sehr wichtig. Dazu gehört staubfreies Einstreu sowie Raufutter und die Vermeidung von Schimmel. So können auch weitere Erkrankungen vermieden werden. Zur Behandlung der akuten Erkrankung ist oft eine Therapie mittels Medikamenten und Inhalation notwendig. Der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen ist in dieser Zeit beim Pferd stark erhöht, was eine ergänzende Gabe dieser notwendig macht. Zur Unterstützung haben sich in der Praxis auch kaltgepresste Pflanzensamenöle bewährt. Insbesondere Schwarzkümmelöl hat sich als sehr hilfreich erwiesen.

    Atemwegserkrankungen als häufige Erkrankung bei Pferden

    Erkrankungen der Atemwege gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen bei Pferden. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein. Dazu gehören beispielsweise Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen. Aber auch Allergien des Tieres und Haltungsschäden, also etwa Schimmel oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Stall können Probleme und Beschwerden verursachen. Wichtig ist es, der Ursache für die Erkrankung auf den Grund zu gehen, um das Tier heilen und zukünftige Erkrankungen verhindern zu können. Einerseits gilt es, bei Problemen die Haltung des Tieres zu verbessern und beispielsweise ganz genau darauf zu achten, nur hochwertiges Futter ohne Schimmelpilzbelastung zu verwenden. Für Pferde mit Allergieproblemen sollten Einstreu und Futter außerdem möglichst staubfrei sein.

    Bei akuten Erkrankungen ist die Behandlung mittels Inhalation und Medikamenten sehr wichtig. Unterstützend können Vitamine und Spurenelemente verabreicht werden, da in Zeiten der Erkrankung der Bedarf des Tieres danach besonders hoch ist. Außerdem gibt es verschiedene Kräutermischungen, die das Immunsystem des Pferdes stärken und den Atemwegen gut tun. Diese können den Heilungsprozess unterstützen und das Wohlbefinden des Tieres sanft steigern.

  • Den hütesicheren Weidezaun – richtig planen und bauen!

    Den hütesicheren Weidezaun – richtig planen und bauen!

    Die Hütesicherheit eines Weidezauns beginnt mit der Planung. Welcher Zaunpfosten? Welches Leitermaterial? Welche Isolatoren? Bevor der Koppelzaun steht, müssen einige Dinge beachtet werden, um einen perfekten und vor allem hütesicheren Zaun für Pferde zu bekommen.

    Wichtige Parameter für die Planung eines Festzauns für Pferde sind nicht nur die Größe der Weide- bzw. Koppelfläche. Viele Dinge müssen beachtet werden, bevor der erste Pfosten eingeschlagen wird. Beispielsweise Art und Größe der Pferde, Anzahl der Tore, Pfosten, Bänder und Isolatoren. Nicht zuletzt muss auch ein passenden Weidezaungerät für das Zaunbau-Projekt gewählte werden. In dieser vierteiligen Serie klären wir die wichtigsten Fragen, damit Sie einen hütesicheren Weidezaun bauen können.

    Vorüberlegung

     

    Wichtige Grundlagen bei der Planung sind die Vorgaben der DIN 0131, die unter anderem die Höhe der Pfähle und die Längen der Zaunseile sowie -bänder für Weidezäune festhält. Je nach Zaunmaterial muss beispielsweise ein maximaler Pfahlabstand von 10 m bei Stahldrähten bzw. 6 m bei Bändern eingehalten werden. Bei den Zaunleitern selbst ist der Widerstand ein wichtiger Punkt, wenn es um die Zaunlänge geht. Als Faustformel gilt: Je geringer der Widerstand, desto länger kann der Zaun sein.

    Geringer Widerstand ist wichtig

    AKO gibt den Widerstand seiner Leitermaterialien und die daraus resultierende max. Zaunlänge auf der Verpackung an. Beispiel: Die AKO TopLine Plus-Serie mit den bewährten TriCond-Leitern garantiert Widerstände unter 0,5 Ohm/m und sorgt somit für eine hervorragende Leitfähigkeit und sehr lange Haltbarkeit bei mittleren bis langen Zaunanlagen. Im Vergleich zu nicht-rostenden Drähten gleicher Stärke besitzen Bänder und Seile der TopLine Plus-Linie durch Verwendung von TriCond eine 5-mal höhere Leitfähigkeit. AKO empfiehlt das beliebte 40 mm Breitband mit einem Widerstand von 0,187 Ohm/m für Zaunlängen bis zu 10.000 m. Bänder und Seile der PremiumLine weisen durch die Kombination von robusten Edelstahlleitern und dicken verzinnten Kupferleitern sogar einen noch geringeren Widerstand auf und garantieren damit beste Hütesicherheit auch bei sehr langen Zäunen (bis zu 20.000 m). Für den Festzaun-Bau empfiehlt sich die Verwendung von Premium Horse Wire. Das Das langlebige Pferdezaunsystem mit 10 Jahren Garantie aus dem Hause AKO weist einen Widerstand von 0,035 Ohm/m auf und kann für Zaunanlagen bis zu 60 km Länge verwendet werden.

    AKO-Tipp: Ein Weidezaunseil lässt sich im Vergleich zu einem Band stärker spannen und es ist dem Wind nicht so ausgesetzt. Deshalb können die Pfahlabstände bei Zaunanlagen mit Seil vergrößert werden!

    Welcher Zaunpfahl passt?

    Für die Pferdeweide gibt es die unterschiedlichsten Zaunpfosten. Sehr verbreitet sind Holz- und Metallpfähle. Beispielsweise die OcotWood-Holzpfähle oder die T-Post-Metallpfähle von AKO, die in unterschiedlichen Längen angeboten werden. Am heikelsten sind die Eckpfähle zu bewerten, da diese die größte Zugkraft aushalten müssen. Darum ist bei diesen eine sichere Verankerung im Boden wichtig. Betonieren Sie diese zum Beispiel ein. Alternativ oder ergänzend kann der Eckpfosten wie folgt abgestützt werden: In Zugrichtung der Seile werden in einem Abstand von 1,9 m zwei weitere Pfähle gesetzt. Zwischen diesen und dem Eckpfosten wird quer ein Stützpfahl mit einem Durchmesser von 10 cm befestigt. So steht der Eckpfahl stabil und kann den Zugkräften des Leitermaterials trotzen. Anschließend werden die Streckenpfähle gesetzt. Wichtig ist hier der Abstand, der je nach Zaunmaterial variieren kann. Ähnlich stabil wie die Eckpfosten müssen auch die Pfähle beim Weidetor sein. Diese sollten auf dieselbe Weise in Zugrichtung des Leitermaterials abgestützt werden. Das gilt insbesondere, wenn ein massives Eisentor zum Einsatz kommt.

    AKO-Tipp: Montieren Sie das Weidetor so, dass die obere Kante des Tores mit der oberen Reihe des Weidezaunbandes eine Linie ergibt.

    Isolatoren für das Leitermaterial

    Je nach Material der Zaunpfähle und Beschaffenheit des Leitermaterials werden unterschiedliche Isolatoren genutzt. Wichtig ist die Höhe, in der diese angebracht werden. Dabei muss nicht nur die Topografie der Pferdekoppel, sondern auch die Widerristhöhe der Pferde beachtet werden. Ponys benötigen einen niedrigeren Zaun als beispielsweise Groß- oder Springpferde. „Wir empfehlen die obere Reihe des Leitermaterials nur 10 % unterhalb der Widerristhöhe des größten Pferdes zu installieren“, erklärt AKO. Das heißt beispielsweise für Ponys und Kleinpferde mit einem Stockmaß von maximal 130 cm, dass der oberste Isolator in einer Höhe von 120 cm angebracht werden sollte. Der Mittlere sollte bei 75 cm und der unterste bei rund 45 cm angebracht werden. Bei einem Großpferd mit einem Stockmaß von bis zu 175 cm sollten die Isolatoren wie folgt montiert werden: 160 cm (oben), 90 – 100 cm (mitte) und 50 cm unten. Neben den Pferden muss auch die Topgrafie der Weide beachtet werden. Denn Pferde springen nicht direkt am Zaun ab – sondern in der Regel einen Meter davor. Liegt der mögliche Absprungbereich also höher als der Punkt, in dem der Pfahl steckt, muss das bei der Montage berücksichtigt werden.

    AKO-Tipp: Kombinieren Sie Zaunseile mit einer Reihe 40-mm-Band, um die Sichtbarkeit des Koppelzauns für die Pferdeherde zu erhöhen!

    Weidezaunrechner

    Sie möchten Ihren Weidezaun nun planen? Bevor Sie Stift und Zettel bemühen, können Sie Ihre Eckdaten auch ganz bequem in den Weidezaunrechner von AKO eingeben. Wählen Sie hier einfach Ihre gewünschten Komponenten aus und schauen Sie am Schluss, welche Ausstattung Sie für Ihren Traum-Zaun benötigen. AKO führt Sie hier in 9 Schritten zum optimalen, individuellen und hütesichern Weidezaun.

    Hier geht’s zum Weidezaunrechner!

    Hütesicherheit verbessern

    AKO FenceControl

    AKO FenceControl Foto: Pferdebetrieb

    Steht der Festzaun für Pferde, muss dieser regelmäßig auf die Hütesicherheit geprüft werden. Dazu bietet AKO verschiedene Produkte an. Zum Beispiel den Zaunprüfer, mit dem Sie die Zaunspannung einfach messen können. Dabei sollte die Spannung mindestens 3.000 Volt betragen. Um auch aus der Ferne schon zu sehen, ob Spannung auf dem Zaun ist, kann ein oder mehrere Pulse Flashs  von AKO montiert werden. Diese optische Spannungskontrolle blinkt bei ausreichender Spannung und erlischt, wenn die Spannung unter 3.000 V fällt. Möchten Sie immer wissen, ob die Hütesicherheit gewährleistet ist, hilf AKOs Fence Control. Das Gerät wird mit dem Zaun verbunden und meldet via Mobilfunknetz, wenn die Zaunanlage fehlerhaft arbeitet. Damit Dritte erkennen, dass es sich hier um einen Elektrozaun handelt, müssen zudem dauerhaft Warnschilder montiert sein. Führt der Elektrozaun zum Beispiel entlang einer öffentlichen Straße, müssen diese alle 50 bis 100 m zu sehen sein. Grundsätzlich ist zu empfehlen, dass Warnschilder immer dort angebracht werden, wo Personen mit einem Pferdezaun mit elektrischen Seilen oder Bändern in Berührung kommen können.

    Info: www.ako-agrar.de
    AKO Weidezaun

  • Schlafen in der Gruppe

    Schlafen in der Gruppe

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“, sagte Erich Kästner. Leider trifft nicht alle Pferde dieses Glück in ausreichendem Maße. Gerade in der kalten Jahreszeit sind vermehrt Pferde in Gruppenhaltungen mit aufgeschlagenen Fesselgelenken an den Vordergliedmaßen zu sehen. Wo manch einer die „Schlafkrankheit“ Narkolepsie vermutet, kann auch ein Management-Problem vorliegen, denn allen Pferden müssen passende Möglichkeiten zum Abliegen geschaffen werden.

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    Ein Pferd zeigt aufgeschlagene Fesselgelenke: Der Verdacht vieler Pferdehalter fällt häufig auf Narkolepsie, der „Schlafkrankheit“. Diese ist jedoch sehr selten. Weitere Pferdehalter vermuten wiederum, dass diese Verletzungen durch die normalen Ablege- und Aufstehbewegungen der Pferde entstehen. Wer ein Pferd dabei genau beobachtet, stellt allerdings fest, dass beim Ablegen zwar das Vorderfußwurzelgelenk sowie das Fesselgelenk den Boden berühren, ein fester Aufprall jedoch nicht geschieht. Beim Aufstehen kommt es zu keinerlei Berührung dieser Partien mit dem Boden. Auch dies ist nicht Ursache für die beobachteten Verletzungen.

    Der Großteil der beschriebenen Verletzungen ist auf einen Schlafentzug der Pferde und damit auf Mängel in der Haltung und das Management zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München gekommen, die vermeintlich unter Narkolepsie erkrankte Pferde, untersuchten. Über den Sommer kompensieren viele Pferde das fehlende Liegen in den Liegehallen durch Liegen auf der Weide oder im Auslauf. In den Übergangsmonaten und dem Winter sind diese Böden häufig nass oder sogar morastig, sodass dort kein Abliegen mehr erfolgt. Aus diesem Grund sind die oben genannten Verletzungen und Verhaltensweisen gerade in der kalten Jahreszeit zu beobachten. Welcher Zusammenhang zwischen Haltungsfehlern und den gezeigten Verletzungen besteht, soll hier aufgezeigt werden.

    Schlafverhalten von Pferden

    Erwachsene Pferde ruhen etwa 6 bis 9 Stunden am Tag, aufgeteilt in mehrere kurze Ruhephasen von etwa 20 Minuten. Die meiste Zeit beim Ruhen wird im Stehen („Dösen“) verbracht, nur etwa 2 bis 3,5 Stunden je Tag wird das Ruhen im Liegen gezeigt. Jungtiere ruhen insgesamt länger und vermehrt im Liegen. Der Schlaf kann in verschiedene Schlafstadien unterteilt werden. Eine dieser Schlafstadien ist der sogenannte REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), der nach bisherigen Erkenntnissen nahezu ausschließlich im Liegen in Brust- oder Seitenlage möglich ist. Dieser REM-Schlaf ist durch Augenbewegungen, niedriger Muskelspannung und Traumschlafphasen gekennzeichnet. Legt sich ein Pferd über einen längeren Zeitraum nicht ab, kann dieser REM-Schlaf nicht stattfinden. Dadurch können die Regenerationsfähigkeit und die Leistungsfähigkeit abnehmen sowie das psychische Wohlbefinden beeinträchtigt werden. Folge dieses Schlafentzuges können Zusammenbrüche sein, die mit den auf den Bildern gezeigten Verletzungen einhergehen.

    Schlafstörungen am Verhalten erkennen:

    • Abnehmende Leistungs- und Regenerationsfähigkeit
    • Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens
    • Verletzungen an den Vordergliedmaßen, meist an Fesselgelenk und Vorderfußwurzelgelenk
    • Verletzungen im Kopfbereich
    • Beobachtete Zusammenbrüche des Pferdes: Das Pferd steht in Dösehaltung mit halb- oder ganz geschlossenen Augen. Der Kopf sinkt langsam Richtung Boden, das Pferd verliert an Muskelspannung, die Beine knicken ein oder es beginnt zu Wanken. Das Pferd erwacht in diesem Moment oder stürzt zu Boden.

    Gründe für Schlafstörungen und Lösungsmöglichkeiten

    Häufig liegt die Ursache für Störungen im Liegeverhalten des Pferdes in der Haltung bzw. im Management. Die Erfahrung des Fachzentrums Pferdehaltung in Ansbach zeigt, dass die Liegebereiche in Gruppenhaltungen häufig zu klein sind und gerade rangniederen Pferden zu wenige Ausweichmöglichkeiten geboten werden. Denn auch während des Ruhens werden rangabhängige Individualdistanzen eingehalten, auch wenn diese im Vergleich zu den Distanzen währen der Nahrungsaufnahme deutlich geringer sind. Nur eng miteinander vertraute Tiere liegen dicht, zum Teil auch mit Körperkontakt, zusammen. Es zeigt sich, dass selbst bei Einhaltung der Maße der Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten (3 x Widerristhöhe ² / Pferd) rangniedere Pferde deutlich kürzer als ranghohe Pferde liegen. Erst bei einer mehr als doppelt so groß bemessenen Liegefläche als von den Leitlinien gefordert, können sich rangniedere Pferde genauso oft und lange in allen Liegepositionen ablegen wie Ranghöhere. Das Fachzentrum Pferdehaltung empfiehlt daher deutlich über die Leitlinien hinaus großzügige Liegebereiche mit mind. 12 m² pro Pferd zu planen. Die Verwendung von Raumteilern in Liegehallen strukturieren den Bereich zusätzlich und schützen damit rangniedere Pferde.

    Allein ein großer Liegebereich reicht jedoch nicht aus, wenn die Pferde diesen aufgrund ihres hohen Sicherheitsbedürfnis als Fluchttier ungern nutzen möchten. Das Fachzentrum Pferdehaltung empfiehlt daher Liegebereiche max. 8 m – besser 5 m – tief und mind. doppelt so breit wie tief zu planen, um Sackgassen zu vermeiden. Um den Pferden einen Rundumblick zu ermöglichen, sollte auf schmale Tore verzichtet werden und das Gebäude mind. nach einer Seite (am besten Süden) vollständig geöffnet werden. Außerdem sollten immer mehrere Liegebereiche geschaffen werden, damit rangniedere Pferde den Ranghohen ausweichen können.

    Einstreu und Herdenmanagement

    Ein weiterer Grund, warum sich Pferde nicht oder sehr wenig hinlegen, ist der Untergrund. Nach den Leitlinien muss dieser trocken, verformbar, trittsicher sein und sollte eingestreut sein. Dies können Böden mit Einstreu aus Naturmaterialien, z.B. Stroh, Strohpellets, Miscanthus, Sägespäne, Waldboden etc., am besten gewährleisten. Bei der Nutzung von Gummimatten ist zwingend eine dünne Schicht an Einstreu notwendig und Pferde ohne Vorerfahrung mit diesem Untergrund müssen langsam daran gewöhnt werden. Fressbare Einstreu wie Stroh hat den Nachteil, dass dieser Liegebereich auch von anderen Pferden zum Fressen genutzt wird und damit Ruhende gestört werden können. Im besten Falle wird daher keine fressbare Einstreu im Gruppen-Liegebereich verwendet.

    Neben den baulichen Gegebenheiten können auch Fehler in der Gruppenzusammenstellung und der Integration zu einem Schlafmangel führen. Hier gilt es als Betriebsleiter entsprechend zu handeln, ggf. ein nicht soziales und Unruhe stiftendes Pferd vollständig aus der Gruppe zu nehmen. Auch für schlecht sozialisierte Pferde, da sie z.B. den Großteil ihres Lebens in Einzelhaltung verbracht haben, kann die Umstellung auf die Gruppenhaltung viel Stress und damit Schlafentzug bedeuten. Hier gilt zu bewerten, ob diese Form der Haltung für dieses spezielle Pferd geeignet ist.

    Zuletzt sind auch gesundheitliche Probleme, welche Schmerzen beim Ablegen oder Aufstehen verursachen, als Grund anzuführen. Dies kann durch Arthrose oder akute Gelenksentzündungen begründet sein. Hier gilt es die Ursache durch entsprechende Behandlungen abzustellen. Auch kann die tatsächliche Erkrankung der Narkolepsie vorliegen.

    Schlafstörung erkannt – was nun?

    Zunächst sollten die eigene Haltung und das Management analysiert und Schwachstellen möglichst schnell beseitigt werden. Hilfestellung bei der Optimierung der Pferdehaltung (in Bayern) kann das Fachzentrum Pferdehaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach und Fürstenfeldbruck bieten. Ähnliche Beratungsangebote bieten Landwirtschaftskammern der übrigen Bundesländer ebenfalls an.

     

    Autorin: Verena Frank

    [/ihc-hide-content][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Verena Frank 

    Verena Frank arbeitet im Fachzentrum Pferdehaltung für das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach.

    www.aelf-an.bayern.de[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_single_image image=“223123″][/vc_column][/vc_row]

  • Grünland: Vielfalt ist Trumpf

    Grünland: Vielfalt ist Trumpf

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Wenn die Tage länger und die Temperaturen milder werden, dürfen die Gedanken auch wieder in Richtung Grünland und Weidesaison wandern. Die Flächen mit fachkundigem Blick zu beurteilen und auf die kommende Weidesaison vorzubereiten, ist schließlich eine der wichtigsten Aufgaben zum Jahresbeginn.

    Welche Schritte nötig sind, um eine widerstandsfähige und gesunde Grasnarbe zu erhalten, darüber haben wir mit Grünland-Expertin Dr. Christa Finkler-Schade gesprochen. Lesen Sie als Exclusive-Mitglied den Fachartikel bereits vor seiner Veröffentlichung!

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    Die erste Frage, die sich beim Blick nach draußen stellt, ist die nach dem richtigen Zeitpunkt, anzufangen. In Regionen, wo viel
    Schnee liegt, heißt es erstmal abwarten, bis die weiße Pracht verschwunden ist. Allgemeiner gefasst sollte der Ausgang des Winters
    der Startschuss sein. „Kurz vor Beginn der Vegetationszeit beginnt die Grünlandsaison. Das ist dann, wenn die mittlere Temperatur sich bei etwa 8 bis 10 Grad Celsius einpendelt“, gibt Dr. Christa Finkler- Schade an. Die Fläche zum ersten Mal zu begehen, empfiehlt sie jedoch bereits etwas früher, um mögliche Schäden direkt zu erkennen. „Auswinterungsschäden entstehen vor allem durch Kahlfröste und eisige Winde“, erklärt Dr. Finkler-Schade. „In Gebieten mit hohen Schneemengen besteht die Gefahr des sogenannten Schneeschimmels, den man als weißliche Auflage auch mit dem bloßen Auge erkennt und bei dem man besonders aufpassen muss, ihn nicht zu verschleppen.“

    Erster Schritt: Bestandsaufnahme

    Bei der ersten Bestandsaufnahme gilt es, eine Reihe von Fragen an die Fläche zu stellen:

    • Wie hoch sind die Auswinterungs- und Frostschäden, insbesondere beim Deutschen Weidelgras?
      * Wie hoch ist der Anteil im Vergleich zur Gesamtfläche?
      * Wie aktiv waren die Mäuse (und andere Wildtiere) auf der Fläche?
      * Wie viele Lücken weist die Fläche auf? (Mehr oder weniger als in vorangegangenen Jahren?)
      „ Ist die Grasnarbe (stark) verfilzt?
      Sieht man viel altes Pflanzenmaterial?
      „ Wie hoch ist der (erkennbare) Anteil an unerwünschten Pflanzen?
      „ Wie intensiv sind die Trittschäden?
      „ Gibt es Staunässe im Boden oder steht das Wasser an einigen Stellen?

    Ausgehend von dieser ersten und möglichst intensiven Beurteilung der Flächen gilt es anschließend, die Maßnahmen zu ergreifen,
    die der Boden braucht.

    Zweiter Schritt: Die Pflege beginnt!

    Und damit die wichtigen Schönheitsreparaturen am Grünland, die den Rest des Jahres die Basis eines gesunden Aufwuchses bilden.
    „Die erste Maßnahme ist immer das Schleppen“, hält Dr. Finkler-Schade fest. „Aber erst, wenn es dafür trocken genug ist. Verschmiert
    man die Maulwurfshügel, dann ist es eindeutig noch zu nass.“ Als Faustregel für einen trockenen Boden empfiehlt sie, vorab den Test mit dem Fuß zu machen: Zeichnet sich der Absatzabdruck nicht mehr im Boden ab, kann das Schleppen beginnen. So werden Trittschäden und Aufwürfe ausgeglichen. Sind über den Winter auch Mist, Kompost oder Gülle auf den Flächen ausgebracht worden, ist das Schleppen umso wichtiger, um die Narbe zu durchlüften. Dr. Finkler-Schade gibt hier allerdings
    zu bedenken: „Beim Schleppen ist das nur begrenzt möglich, aber vor allem das Entfilzen und Durchlüften der Oberfläche ist wichtig, da es die Gräser anregt, sich neu zu bestocken.“ Je mehr Licht und Luft sie für den Photosynthese-Prozess erhalten, umso besser.

    Zusätzlich oder alternativ zur glatten Schleppe kann eine Schleppe mit Zähnen zum Einsatz kommen, die das Lüften vereinfacht, zugleich aber die Gefahr birgt, Grassoden herauszureißen. Ein besseres Werkzeug sieht Dr. Finkler-Schade in den Grünlandstriegeln
    mit integriertem Nachsaatgerät und kleiner Walze. Die langen Zinken befördern abgestorbenes Material nach oben, entfilzen den Boden und reduzieren so unerwünschte Pflanzen wie die Gemeine Rispe. „Ohne diese Maßnahmen kann das alte Pflanzenmaterial die lebenden Pflanzen ersticken. Der Striegel bringt Luft und Licht in den Boden und die Gräser erholen sich so deutlich schneller“, erklärt die Expertin. Die einzige Ausnahme, bei der sie vom Striegel abrät, ist, wenn Schneeschimmel erkennbar ist. Es besteht die Gefahr, ihn auf der gesamten Fläche zu verteilen.

    Von Lücken und Wildschäden

    Wenn durch abgestorbene Pflanzen große Lücken im Aufwuchs entstanden sind oder die Mäuse unter der geschlossenen Schneedecke besonders aktiv waren, dann muss umso intensiver nachgesät werden. Die Lücken werden dabei immer anteilig zur gesamten Fläche betrachtet. Als Richtwerte nennt Dr. Finkler-Schade folgende Zahlen für eine ausreichende Nachsaat:

    • „ Lücken bis 10% an der Gesamtfläche eine Nachsaat von 5 kg pro Hektar
      „ Lücken von 10 bis 20% etwa 6 bis 10 kg Nachsaat pro Hektar
      „ Lücken von 20 bis 30% etwa 15 bis 25 kg Nachsaat pro Hektar „

    Um die Nachsaat entsprechend in den Boden einzuarbeiten, rät die Expertin bei Lücken,die mehr als 20 % der Gesamtfläche betreffen, zum Einsatz einer Schlitzdrillmaschine. Dieses Gerät schlitzt die Saat in den Boden ein und schafft so gute Voraussetzungen für ein zügiges Anwachsen. Bei geringeren Lücken reiche auch ein Striegel mit Nachsaateinrichtung oder Übersaatgerät.

    Zusätzlich gibt Dr. Finkler-Schade zu bedenken: „Trockenheit und Frost können Nachsaaten zunichtemachen, was bei den trockenen Frühjahrsbedingungen in den vergangenen Jahren ein Problem war. Aber nichts zu tun ist auch keine Alternative, da die Lücken dann von unerwünschten Pflanzen besetzt werden.“ Je nachdem, wie sich die erste Nachsaat entwickelt, kann ein erneutes Säen vor allem im Spätsommer sinnvoll sein. Dann haben die jungen Pflanzen weniger Konkurrenz durch Pflanzen aus dem alten Bestand. Zeigen sich aber erste Lücken bereits im Frühling heißt es trotz Konkurrenz durch andere Pflanzen schnell handeln und nicht abwarten. „Wenn die Lücken da sind, dannmuss ich reagieren“, betont Dr. Finkler-Schade. „Und entsprechend auch die Pferde möglichst erst später auf die Fläche lassen.“ Die
    Expertin empfiehlt in der Zwischenzeit eine erste Schnittnutzung durchzuführen, damit die Pflanzen genug Zeit für Ihre Entwicklung haben und nicht gleich wieder durch Verbiss und Tritt geschädigt werden.

    Waren größere Tiere am Werk, können Schleppe und Striegel an ihre Grenzen stoßen. Wüten beispielsweise Wildschweinrotten auf dem Grünland, kann das eine passende Aufgabe für den Wiesenengel sein. Dr. Finkler-Schade hält fest: „Wildscheine verursachen erhebliche Schäden, da kommt man mit der Schleppe nicht weit. Der sogenannte Wiesenengel mulcht und vertikutiert, er zerkleinert und hilft bei der Nachsaat. Oft setzen auch Jäger das Gerät ein, um starke Unebenheiten auszugleichen.“ Gegen Mäuse empfiehlt Dr. Finkler-Schade ausreichend Sitzplätze für Greifvögel anzubieten und die Füchse leben zu lassen.

    Neueinsaat

    Eine Neueinsaat ist immer mit einem Umbrechen und damit einer kompletten Erneuerung der Grasnarbe verbunden. Dr. Finkler-Schade gibt zu bedenken: „Der komplette Narbenschluss braucht nach der Neueinsaat mindestens 5 Jahre und erst dann ist die Fläche wieder sehr gut tragfähig. Man sollte über eine Neueinsaat also wirklich erst nachdenken, wenn mehr als 40 % der Fläche stark geschädigt ist.“

    Walzen & schweres Gerät

    Walzen kann man im Frühling, man sollte es aber nicht überall und auch nicht jederzeit. Als wichtigstes Indiz dafür, ob das Walzen sogar schaden kann, nennt Dr. Finkler-Schadeden Feuchtegrad des Bodens: „Auf keinen Fall sollte man walzen, wenn der Boden noch zu feucht, lehmig oder tonig ist. Sonst verdichtet man den Boden und stört so langfristig dessen Kapillarfunktion, also den Luft- und Wasseraustausch, was wiederum zu Wachstumsproblemen führt.“ Auch beim Kalken des Bodens oder beim Gülle ausbringen sollte man immer das Gewicht der Maschinen mit bedenken. Um Verdichtungen und damit Schäden zu vermeiden, müssen die Flächen tragfähig – also entweder gefroren oder trocken genug – sein. „Der hohe Druck ist nicht zu unterschätzen“, betont Dr. Finkler-Schade. Die Expertin rät im Zweifelsfall zu kleinen Walzen,
    die den Boden lediglich andrücken. Solche Cambridge- oder Prismenwalzen sind oft mit einem Striegel und Nachsaatgerät kombiniert. Das spart Arbeit und schont den Boden.

    Sonderfall Winterweiden

    Flächen, die ganzjährig von Pferden beweidet werden, weisen mehr Tritt- und Verbissschäden und auch mehr Mist auf. Werden solche Flächen nicht abgesammelt, verstärkt das Schleppen den Parasitendruck. Dr. Finkler-Schade warnt: „Wir haben bereits jetzt massive Resistenzen und damit muss man sich auseinandersetzen. Umso wichtiger ist es, die Weiden per Hand oder maschinell abzusammeln.“

    Zusätzlich rät die Expertin da, wo es möglich ist, die Flächen zwischenzeitlich auch anders zu nutzen: ob für den ersten Schnitt oder als Weide für andere Tiere. Sie stellt klar: „Pferdemist ist der wertvollste Dünger überhaupt, aber eben erst, wenn er vollständig kompostiert ist. Diesen Spurenelement-reichen Kompost zu produzieren, ist eine Wissenschaft für sich.“ Das heißt aber nicht, dass man diesen Prozess nicht angehen sollte. Im Gegenteil: „Über Kreislaufwirtschaft müssen wir alle uns wieder mehr Gedanken machen. Mist nicht zu verwenden und Dünger zuzukaufen, ist für die Flächen und fürs Budget schlecht.“, fasst Dr. Finkler-Schade zusammen. Ein großes Problem, das die Expertin hier mit anspricht, ist die Flächenknappheit. Dennoch sei es wichtig, den Flächen Ruhezeiten einzuräumen und beispielsweise mit Wechselweiden zu arbeiten.

    Die Mischung macht´s

    Die Standardmischungen und auch die Vorgaben der Landwirtschaftskammern sollten genau geprüft werden. Oft beziehen sich die Angaben zu Saatmischungen auf die Grünlandnutzung zur Raufutterherstellung oder auf Milchvieh. Für Betriebsleiter lohnt es sich, auch Mischungen speziell für Pferdeweiden genauer unter die Lupe zu nehmen und auf den Tierbestand abzustimmen. „Je nach Pferd braucht man auch andere Sorten“, betont Dr. Finkler-Schade. „Es macht einen Unterschied, ob fünf bis zehn Zuchtstuten mit ihren Fohlen das Grünland beweiden oder eine Gruppe Freizeitpferde. Die säugenden Stuten brauchen energie- und eiweißreiches Gras, das für die Freizeitpferde zu reichhaltig wäre.“ Eine leistungsfähigere Fläche, deren Grasnarbe energie- und proteinreiches Grünfutter hervorbringt, erfordert erhöhte Weidelgrasmengen. Bei Freizeitpferden hingegen muss eher auf zucker- und fruktanarme Gräsersorten geachtet werden. Die Expertin empfiehlt Pferdehaltern und Betriebsleiter, sich entsprechend individuell beraten zu lassen.

    Ob in Süd- oder Norddeutschland, das Ziel sollte immer eine möglichst vielseitige Gräsermischung sein. Dr. Finkler-Schade beschreibt den idealen Dreiklang als Mischung aus Kräutern, Leguminosen und Gräsern: „Die Kräuter wurzeln tief und leisten einen wichtigen Beitrag zur Wasserführung und Kapillartätigkeit im Boden. Leguminosen wie Klee binden den für das Wachstum der Pflanzen so wichtigen Stickstoff aus der Luft und als drittes braucht es natürlich die Gräser, die im Vergleich flacher wurzeln.“ Speziell bei trockenen Böden hilft die Kombination aus diesen drei Hauptgruppen den Böden, mehr Wasser zu speichern und den Stickstoff als einen Hauptpflanzennährstoff zu binden. Die Anbieter von Saatgut haben Mischungen für unterschiedliche Nutzungsintensitäten und Standorte. Die Landwirtschaftskammern führen auch Sortenprüfungen durch und bieten Beratung an.

    Kontrolle

    Die richtige Pflege ist unverzichtbar für eine gesunde Grasnarbe. Zusätzlich braucht es aber auch ein gewisses Maß an Kontrolle: Aufschluss über die Nährstoffversorgung der Böden geben Bodenuntersuchungen, die Finkler-Schade in einem Abstand von etwa zwei bis drei Jahren empfiehlt: „Zur Einhaltung der Anforderungen der neuen Düngeverordnung müssen regelmäßige Bodenuntersuchungen nachgewiesen werden. Nährstoffdefizite oder Überschüsse zeigen sich an den Zahlen und die Betriebsleiter erhalten zusätzlich zu den Ergebnissen eine Düngeempfehlung.“ Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen immer der pH-Wert sowie Phosphor, Kalium und Magnesium, zusätzlich können Natrium und Spurenelemente sowie der Humusgehalt mit untersucht werden. Stellen wie die LUFA, die LEL oder auch private Institute bieten Formblätter online zum Herunterladen an und verschicken das Material zur Probenentnahme. „Diese Pakete beinhalten eine Anleitung, wie und wo die Proben entnommen werden müssen. Ein Bohrstock zur Probenentnahme kann ausgeliehen werden“, erklärt Dr. Finkler-Schade.

    Gezielt düngen

    Die Ergebnisse der Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse zur Düngung. Ob und wieviel Stickstoff ausgebracht werden sollte, ist jedoch nicht Teil der Bodenuntersuchungsergebnisse. Das hängt allein von der Nutzungsform und -intensität ab, wie Dr. Finkler-Schade betont: „Grünland zur Schnittnutzung hat einen höheren Stickstoffbedarf als eine reine Weidenutzung. In den Betrieben werden Jahresmengen von ca. 60-120 kg/ha durchaus eingesetzt. Je nach Nutzung sinnvoll sind kleine Gaben von ca. 30 kg nach den Nutzungen, da das natürliche Wachstum im Frühjahr ohnehin oft hoch ist.“ Vor zu hohen Stickstoffmengen auf Pferdeweiden warnt die Expertin, da sich diese negativ auf die Pferdegesundheit auswirken können. Deshalb rät Finkler-Schade auch ganz eindeutig von der gängigen Praxis ab, einmal jährlich einen Mehrnährstoffdünger auszubringen: „Das ist ein Blindflug, der zu Über- oder Unterdüngung führt, da er sich nicht zielgenau dosieren lässt.“ Dort wo Kalkbedarf besteht, muss eine Kalkung nur alle 3 Jahre bis zur nächsten Bodenuntersuchung erfolgen. Biologisch wirtschaftende Betriebe haben zur Düngung nur organischen Kompost oder Gesteinsmehle zur Verfügung. Aufgrund dessen haben sie einen deutlich erhöhten Flächenbedarf von ca. 2/3 im Vergleich zu konventioneller Bewirtschaftung, um die Qualität des Grünlandes zu erhalten.

    Fazit

    Langfristig ist es von höchster Priorität, die Fruchtbarkeit des Bodens und die Humusbildung zu fördern. Zu einem guten Grünlandmanagement gehören dazu immer auch Ruhephasen und Wechselbeweidung. Außerdem darf die Gesundheit der Pferde nie aus den Augen geraten. Dr. Finkler-Schade betont: „Die Weiden dienen der Ernährung und auch der Beschäftigung der Tiere. Pferdehalter müssen für eine gute Weidehygiene sorgen und so den Parasitendruck eindämmen. Zudem beugt eine geschlossene, federnde Grasnarbe Überbelastungen der Pferdegliedmaße vor.“

    Autorin: Lisa Freudlsperger 

    [/ihc-hide-content][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Dr. Christa Finkler-Schade 

    Dr. Christa Finkler-Schade ist promovierte Agrarwissenschaftlerin und Expertin zu Themen wie Fütterung, Betriebsmanagement und Aufzucht.
    Sie ist selbst Reiterin sowie öbv. Sachverständige für Pferdezucht und -haltung und Beraterin bei Schade & Partner. Ihre Schwerpunkte umfassen u. a. Ernährungs- und Weidemanagement sowie Haltungskonzepte.

    www.schadeundpartner.de[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_single_image image=“221979″][/vc_column][/vc_row]

  • Kostenloses e-Book: Intelligente Software

    Kostenloses e-Book: Intelligente Software

    Unsere Schwester-Homepage, das Profi-Magazin Pferdebetrieb bietet zusammen mit dem Software-Hersteller Acclaro PS eine kostenlosen Ausgabe von Pferdebetrieb KOMPAKT zum Thema intelligente Stall-Software.

    Das e-Book können Sie sich ab sofort gratis herunterladen und darin erfahren, wie Software das Leben und Arbeiten auf der Reitanlage erleichtert.

    Inhalte des e-Books

    Zu Beginn des e-Books geht es darum, die Funktionen und Grundlagen der Software-Lösung Acclaro PS zu beschreiben. Das folgende Kapitel zeigt auf, wie die Software zur Pferdegesundheit beitragen kann. Darin erklären Pferdebetrieb und Acclaro, wie intelligente Futterpläne die Rationsgestaltung vereinfachen können und wie die Software Medikation und Impfmanagement fehlerfrei und lückenlos umsetzen kann. Abschließend steht die Vernetzung auf der Anlage im Mittelpunkt und damit die Kommunikation zwischen Gestütsleitung, Mitarbeitern und Kunden. Neben Einsatz- und Belegungsplänen für Mitarbeiter und Gebäude thematisiert dieses Kapitel auch die Verwaltung der Weiden sowie die wichtigen Themen Finanzbuchhaltung und die Vernetzung von Maschinen und Automaten mit der Software.

    Zum Download

    Laden Sie sich hier ganz einfach das e-Book als PDF herunter und lesen Sie mehr über die Zukunft der Software, die bereits bestehenden und noch geplanten Verknüpfungen mit anderen Automaten und weiteren Schnittstellen. Auch in Hinblick auf die leider weiterhin aktuelle Corona-Pandemie kann Software die Abläufe verschlanken und helfen, Anwesenheiten mit weniger Aufwand zu dokumentieren.

    Hier gelangen Sie zum kostenlosen PDF!

     

  • Video: Aufzuchtmanagement

    Video: Aufzuchtmanagement

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Wie muss ein Fohlen gefüttert werden, damit es ausreichend versorgt ist? Wie sollte der Koppelgang aussehen? Und was ist beim Absetzen zu beachten? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie im Video Aufzuchtmanagement mit Expertin Dr. Christa Finkler-Schade.

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    Wie man Fohlen richtig und tiergerecht absetzt und worauf bei der Aufzucht der Jungtiere zu achten ist, hat die öbv. Sachverständige für Pferdezucht und -haltung, Dr. Christa Finkler-Schade im Web-Talk „Aufzuchtmanagement“ im Sommer 2020 erklärt. Eine Zusammenfassung ihres Vortrags bietet das folgende Video, in dem sie u.a. erläutert, warum der Weidegang in der Gruppe für Fohlen so wichtig ist, wie das Absetzen möglichst gut funktioniert, worauf bei der Fütterung von Fohlen zu achten ist und was die ersten Schritte für einen erfolgreichen Umgang Fohlen-Mensch sein können. Am Ende folgt ein kurzer Exkurs, was es in Hinblick auf Entwurmung, Impfung und den ersten Besuch des Hufschmieds zu bedenken gibt.

    Video zum Expertenvortrag:

    [/ihc-hide-content][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Die Referentin

    Die promovierte Agrarwissenschaftlerin Dr. Christa Finkler-Schade Expertin in den Themenbereichen Fütterung, Betriebsmanagement und Aufzucht. Sie ist selbst Reiterin und Turnierrichterin sowie öbv. Sachverständige für Pferdezucht und -haltung und Beraterin bei Schade & Partner. Ihren Fokus setzt sie neben dem Aufzuchtmanagement auch auf die Fütterung von Sport-, Freizeit- und Zuchtpferden, Betriebskonzeptionen, Gestütsmanagement, Haltungskonzepte und Weidemanagement.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_single_image image=“221487″][/vc_column][/vc_row]

  • Hygienemanagement: Entwurmen & Impfen

    Hygienemanagement: Entwurmen & Impfen

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Parasiten, ansteckende Krankheiten, Epidemie! Ein Alptraum für Gestüt und Pferdebesitzer. Um Dramen vorzubeugen, ist ein vorausschauendes Hygienemanagement im Stall das beste Mittel. Worauf Sie bei Entwurmung, Impfungen und Desinfektion achten sollten, weiß Dr. Anja Kasparek, die Klinikleiterin der Pferdeklinik Aschheim. Zudem lesen Sie, welche baulichen Maßnahmen und technischen Hilfsmittel verhindern, dass sich Krankheitserreger ausbreiten.

    Ansteckende Krankheiten, wie Druse und Herpes sowie unangenehme Parasiten können den gesamten Bestand gefährden. Ein geeignetes Hygienemanagement kommt allen zu Gute, muss aber eben auch von allen eingehalten werden: Dazu gehören ein einheitliches Impf- und Wurmmanagement, ein konsequenter Ablauf, wenn Pferde erkranken und wirksame Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen.

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    Entwurmung

    Die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten schreiben vor, dass der Pferdehalter durch artgemäße Pflege, Ernährung und Haltung für die Pferde-Gesundheit sorgen muss. Dazu gehört auch die regelmäßige und fachgerechte Entwurmung in Absprache mit einem Tierarzt. Bei der Entwurmung gibt es zwei Herangehensweisen: selektiv oder strategisch. Dr. Kasparek erklärt: „Bei der strategischen Entwurmung werden alle Pferde alle drei Monate gleichzeitig entwurmt und anschließend wird desinfiziert. Der Vorteil: Die Wurmlast lässt sich so deutlich senken und die Einsteller besser koordinieren. Der Nachteil: Es bilden sich mehr Resistenzen gegen Wurmmittel und die Auswahl wird geringer.“ Wird selektiv entwurmt, spielen Kotuntersuchungen eine wichtige Rolle im Betrieb: Alle sechs bis acht Wochen müssen dann über jeweils drei Tage Kotproben von jedem Pferd genommen und eingeschickt werden, betont die Tierärztin. Mindestens eine Wurmkur pro Jahr ist auch bei der selektiven Entwurmung notwendig. Das entspricht nur einem Viertel der Dosis bei strategischer Entwurmung aber Dr. Kasparek warnt: „Selektiv zu entwurmen ist sehr beliebt, aber erfahrungsgemäß wird selektiv leider zu lasch umgesetzt“. Nachlässige Entwurmung lässt einige Wurmpopulationen dann regelrecht explodieren: Ein Beispiel dafür ist der Pfriemenschwanz. Dr. Kasparek empfiehlt, sich in jedem Fall betriebsabhängig immer mit dem betreuenden Tierarzt kurz zu schließen – in vielen Ställen ist beispielsweise trotz regelmäßiger Kotprobenuntersuchung mindestens eine „kleine“ und eine „große“ Wurmkur pro Jahr zu verabreichen bzw. Haupausscheider konsequent zu isolieren. Die höchste Wurmlast ist immer im Herbst – am Ende der Weidesaison, daher sollte hier eine gewissenhafte Entwurmung und Weidehygiene erfolgen. Auch bei strategischer Entwurmung sollte man mindestens einmal jährlich eine Kotprobe aller Pferde zu entnehmen. Außerdem verrät sie: „Die „große“ Wurmkur wirkt auch gegen die sogenannten Magendasseln, die Larven der Dasselfliegen.“ Diese werden über an den Pferdebeinen abgelegte Eier aufgenommen und entwickeln sich zu großen Dassellarven weiter die sich beispielsweise an der Magenschleimhaut anheften und dort für Entzündungen sorgen. So können sie auch Koliken auslösen.

    Neben Medikamenten helfen auch Routinen im Arbeitsalltag, die Wurmbelastung einzudämmen: „Ganz wichtig ist tägliches Abmisten! Außerdem sollte man Geilstellen ausmähen und neue Pferde zunächst immer separat aufstallen“, rät Dr. Kasparek. Ein regelmäßiges Wechseln der Koppeln trägt ebenfalls dazu bei, dass der Parasitenbefall etwas zurückgeht. Zum Dung der Wiesen besser kommerzielle Dünger oder Rindermist verwenden – Pferdemist sollte nicht erneut auf die Koppeln ausgebracht oder durch Mulchen verteilt sondern entsorgt werden.

    Impfungen

    Neben ausreichender Bestands- und Haltehygiene schreiben die Leitlinien auch die aktive Immunisierung gegen häufig auftretende Krankheitserreger vor. Direkt angesprochen wird dabei die Impfung gegen Tetanus. Diese sieht Dr. Kasparek ebenso zwingend erforderlich wie die Impfungen gegen Herpes und Influenza. Sie betont: „Alle Pferde müssen uniform geimpft sein – vor allem bei Herpes ist das sehr wichtig. Außerdem würde ich in jedem Fall den FN-Turnierangaben folgen und alle sechs Monate impfen.“ Den kompletten Bestand gleichzeitig zu impfen bedeutet auch, alle Einsteller entsprechend zu koordinieren, was aber im Zweifelsfall für weniger Arbeit übers Jahr gesehen und für mehr Sicherheit seitens des Betriebsleiters sorgt.

    Absolut notwenige Impfungen sind laut Dr. Kasparek die Immunisierung gegen Tetanus, Herpes und Influenza: Bei Tetanus führt ein Toxin im Nervensystem zu Wundstarrkrampf, die Symptome werden meist zu spät erkannt, die Pferde sterben. Herpes ist ein Lentivirus, eine sogenannte verborgene Infektion. Betriebsleitern empfiehlt die Tierärztin, ihre Einsteller auch über neuere Erkrankungen und mögliche Gegenmittel zu informieren, das West-Nil-Virus (WNV) beispielsweise: „Eine Impfung halte ich bei WNV langfristig auf jeden Fall für sinnvoll, im Moment würde ich es aber nur als Option aufzeigen und den Einstellern selbst überlassen.“

    Untersuchen vor Ort

    Kommen neue Tiere auf die Anlage ist eine Untersuchung vorab ratsam. Dr. Kasparek empfiehlt zunächst, die Lymphknoten zu überprüfen und die Temperatur zu kontrollieren: „Anschließend sollte der Neuankömmling noch ein bis zwei Wochen vom Rest der Gruppe getrennt bleiben. Hustet das Pferd während dieses Zeitraums häufiger und kommt der Verdacht auf, es könnte Druse haben, sorgen Spülproben für Klarheit.“

    Tipp: Treten dennoch Krankheiten auf, wenn das neue Tiere mit dem Rest der Gruppe zusammentrifft, gilt es zu bedenken, dass es auch latente Träger im Bestand geben kann. Häufig sind das ältere Pferde. Das neue Pferd, das durch die Umgewöhnung gestresst ist, infiziert sich zuerst und scheint der Schuldige zu sein, tatsächlich aber versteckt dieser sich in der Herde. Wichtig ist also in jedem Fall immer den gesamten Bestand zu prüfen.

    Um Neuzugänge zu untersuchen oder die in den Leitlinien empfohlene jährliche Zahnkontrolle durchzuführen, eignet sich ein Untersuchungsbereich auf dem Betrieb am besten. Nach Erfahrung der Offenstallplaner von HIT Aktivstall und Schauer sowie Viebrockreithallen plant man diesen Bereich am besten nahe der Wasch- bzw. Putzplätze und des Servicebereichs ein. Auch ein mobiler Untersuchungsstand kann laut André Richter von Viebrockreithallen sinnvoll sein: „Wichtig ist, die Pferde auch während einer Untersuchung möglichst in ihrem gewohnten Umfeld zu belassen. Besonders auf nervöse und junge Pferde wirkt es oftmals beruhigend, wenn sich Artgenossen in ihrer unmittelbaren Umgebung befinden.“ Carola Brandt von Schauer Agrotronic betont, wie wichtig Raum rund um den Untersuchungsstand ist. Sie hält fest: „Man sollte nicht einfach eine Box in einen Untersuchungsstand umfunktionieren, sonst hat man zu wenig Platz. Wenn es mal hektisch wird, soll niemand an die Wand gedrückt werden.“ Der im Regelfall 2 m² große Stand kann an einer Wand eingerichtet werden aber zu den anderen drei Seiten sollte jeweils 4 bis 5 m Platz sein. Bei Gastpferden empfiehlt Brandt noch Platz für ein zweites Pferd einzuplanen. Vivian Westermann von HIT-Aktivstall stimmt zu. Neben Platz für ein zweites Pferd sind ein Strom- und Wasseranschluss, gute Lichtverhältnisse, aber auch die Möglichkeit zur Abdunkelung im Untersuchungsbereich wichtig, hält Westermann fest und führt weiter aus: „Einige Methoden der Zahnbehandlungen bedürfen einer stabilen Aufhängung unter der Decke. Der Untersuchungsraum sollte gut zu reinigen und groß genug sein, um Verletzungen in Unruhezuständen vorzubeugen – auch in der Höhe.“ Für den Bodenbelag im Untersuchungsstand rät Brandt zu festem Betonboden für den Untersuchungsbereich und Gummimatten rund um den Bereich

    In Quarantäne

    Erkrankte Tiere oder neue Pferde sollten prinzipiell vom Rest der Herde getrennt bleiben. Erkrankt ein Pferd auf dem Betrieb, ist Zeit der wesentliche Faktor: Frühzeitig erkannt, wandert das Pferd direkt in die Quarantänebox. Die Offenstallplaner von HIT und Schauer empfehlen, im Idealfall eine solche Box je zehn Pferde zu haben. Richter gibt zu bedenken: „Die Anzahl der benötigten Quarantäneboxen ist abhängig von der Ausrichtung des Betriebes. Ein Sport- und Turnierstall, in welchem ein hoher Wechsel im Pferdebestand herrscht, braucht eine höhere Anzahl an Quarantäneboxen, als ein Freizeitstall.“

    Brandt hat vor kurzem auf ihrem eigenen Betrieb eine Quarantänebox gebaut. Sie berichtet: „In meinem Fall schließt die Isolierbox direkt an den Servicebereich an, ist gemauert und verfügt über ein Paddock. Der Boden ist rutschfest, gut zu reinigen und zu desinfizieren. Dafür ist auch ein direkter Wasseranschluss wichtig.“ Lisa Monßen von HIT-Aktivstall ergänzt: „Idealerweise platziert man Quarantäneboxen in einem ruhigen und nicht für jedermann zugänglichen Bereich des Betriebes.“ Richter rät zudem, die Wände der Quarantäneboxen mit einem Schlagschutz zu versehen, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Außerdem warnt er: „Kranke Pferde hören oft auf zu trinken und zu fressen, weswegen wir empfehlen, in den Quarantäneboxen Tränken mit Verbrauchszähler zu installieren, um die Flüssigkeitsaufnahme des Pferdes kontrollieren zu können.“

    Oberste Priorität hat es, keinen Kontakt zu den anderen Pferden zu ermöglichen. Dr. Kasparek rät, neue Pferde zunächst ein bis zwei Wochen getrennt zu halten: „Das kann auch in einem Zelt oder mobilem Unterstand sein. Wichtig ist, dass die Gebäude getrennt sind und die Quarantänebox geschlossen ist – vor allem bei erkrankten Tieren. Innerhalb eines Stalles kann eine Tröpfcheninfektion trotz Abstand sonst nicht gebremst werden. Das geht sehr schnell.“ Ebenfalls strikt getrennt müssen die zuständigen Mitarbeiter, das Equipment und möglichst auch die Arbeitswege werden. Kasparek hält fest: „Konsequentes Management der Abläufe ist hierbei enorm wichtig, da sich Erreger auch an den Schuhen oder der Schubkarre festsetzen und verbreiten.“ Richter ergänzt, dass bei Viebrockreithallen zu diesem Zweck ein Schleusenraum eingeplant wird. Er erklärt: „In diesem Raum können sich Personen umziehen und desinfizieren, um keine Erreger und Keime aus dem Stall in andere Bereiche des Betriebes zu tragen. Des Weiteren können dort Dinge wie Decken gelagert werden, welche nicht mit anderen Pferden in Kontakt kommen dürfen.“ Der mit Abstand wichtigste Leitsatz lautet: Eingewöhnungsboxen eignen sich nicht als Quarantäneboxen!

    Desinfektion & Sauberkeit

    Wenn Boxen ihre Besitzer wechseln und speziell, wenn die Quarantänebox belegt war, ist eine gründliche Desinfektion nötig. Tierärztin Dr. Kasparek erläutert: „Während ein krankes Pferd in der Quarantänebox steht, muss die Box selbst nicht desinfiziert werden, danach aber umso gründlicher. Erst mechanisch und dann mit frei verkäuflichen Desinfektionsmitteln, die auf die Keime abgestimmt sind.“ Speziell die erste Stufe der rein mechanischen Reinigung darf dabei nicht zu kurz kommen und muss an Stellen wie Fugen und Verschraubungen besonders gründlich sein. Sind sichtbare Verschmutzungen entfernt und alles abgetrocknet, werden die Desinfektionsmittel aufgetragen, die durchschnittlich 10 Minuten einwirken müssen. Die genaue Dauer ist produktabhängig und auf dem jeweiligen Mittel vermerkt. Auf dem Weg zur Quarantänebox rät die Tierärztin zusätzlich dazu, Desinfektionswannen aufzustellen oder auch Einmalschuhe zu verwenden. Zudem ist es wichtig, genau zu kontrollieren, wer den Bereich betreten darf und dass die entsprechenden Personen genau wissen, wie sie Hände, Schuhe etc. zu desinfizieren haben und dass sie das Equipment aus der Quarantänebox nicht im Rest der Anlage verwenden dürfen. Monßen betont: „Eine Entfernung jeglicher Einstreu und möglicher Futterreste und eine Reinigung mit dem Hochdruckreiniger ist vorteilhaft. Auch die Tränke sollte gründlich gereinigt werden.“ Richter mahnt auch im Vorfeld zu Routinen wie dem täglichen Abmisten der Quarantäneboxen: „So wird die Anzahl der Erreger in der Pferdebox möglichst gering gehalten. Der Mist sollte generell unzugänglich und in Entfernung zum Stallbereich sowie Futter gelagert werden.“

    Zusätzliche Investitionen, die der Sauberkeit dienen können sind das VR Fresh-Air-System von Viebrockreithallen, welches den Quarantänestall bei Leerstand automatisch reinigen soll, oder auch das Produkt Cleanlight. Diese Waschplatzleuchte wird im unteren Wandbereich montiert und nutzt in Kombination mit der UVC-Licht-Funktion einen Teil des natürlichen Sonnenlichtes, um Mikroorganismen wie Bakterien oder Keime abzutöten. Diese desinfizierende Wirkung kann an Waschplätzen oder im Untersuchungsbereich förderlich sein.

    Kontrolle bewahren

    Um Krankheiten oder ungewöhnliches Verhalten zu bemerken, kann auch die entsprechende Technik helfen: Messgeräte, die Koliken erkennen oder auch Stallkameras zum Beispiel, die zusätzlich dem Diebstahlschutz dienen. Noch einen Schritt weiter geht das Hamburger Start-up Acaris mit dem Horse Protector. Diese Kamera soll dank künstlicher Intelligenz in der Lage sein, das individuelle Verhalten der Pferde zu erlernen. Abweichungen von der Norm und Auffälligkeiten kann das System so laut Hersteller zeitnah erkennen und Betriebsleiter und Halter zum Beispiel im Falle einer Kolik warnen. Die Acaris-App ermöglicht es den Nutzern jederzeit auf die Daten zuzugreifen.

    Wenn ein oder mehrere erkrankte Tiere auf dem Betrieb versterben, gilt es schnell zu handeln und sowohl den Halter als auch die Tierkörperverwertung unmittelbar zu verständigen. Nachdem das Tier abgeholt wurde, muss alles gründlich desinfiziert werden. Bestehen Zweifel bezüglich der Todesursache, rät Dr. Kasparek, den Tiergesundheitsdienst zu verständigen: „Dieser obduziert das Tier und stellt einen schriftlichen Befund aus. Die Option sollte man dem Besitzer des Tiers immer anbieten und auch falls der Einsteller das ablehnt, schriftlich festhalten, dass man die Möglichkeit erwähnt und das Angebot gemacht hat.“

    Fazit

    Gestütsleiter tragen Verantwortung für die Pferde, müssen aber zugleich die individuellen Wünsche der Halter berücksichtigen. Dennoch sollten sie bei grundsätzlichen Fragen wie Herpes-Impfungen oder Entwurmung möglichst übergreifende Entscheidungen treffen und diese ohne Ausnahmen umsetzen: Das dient dem Wohl der Pferde und auch dem Ruf der Anlage.

    [/ihc-hide-content][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_images_carousel images=“221291,221293,221295,221297″ img_size=“full“ autoplay=“yes“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Dr. med. vet. Anja Kasparek geb. Schütte (Pferdeklinik Aschheim Moderne & große Pferdeklinik in Aschheim bei München (pferdeklinik-aschheim.de))

    Dr. Anja Kasparek hat von 1996 bis 2002 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert und im Jahr 2005 zum Thema „Untersuchungen zum Equinen Wobbler Syndrom“ promoviert. Als Fachtierärztin für Pferde hat sie seit 2010 auch die amerikanische Zulassung (AVMA/ECFVG Zertifizierung BCSE) und ist seit 2011 Fachtierärztin für Pferdechirurgie. Im selben Jahr wurde sie Teilhaberin der Pferdeklinik Aschheim. Davor war sie von 2008 bis 2010 leitende Oberärztin der Pferdeklinik. Zudem hat sie Erfahrung als Selbständige mit Praxis und Belegärztin in Deutschland, den USA, Jordanien und Neuseeland gesammelt. Dr. Kasparek ist aktives Mitglied des BPT (Bund praktischer Tierärzte) und der GPM (Gesellschaft für Pferdemedizin) sowie des AAEP (American Associates of Equine Practitioners) mit eigenen Vorträgen, Fortbildungsveranstaltungen der Aschheimer Fortbildungsseminare und Weiterbildungen für Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr in der Großtierrettung.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_single_image image=“221299″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator][vc_column_text]Im Karussell verwendete Bilder: © vchalup/adobe.stock.com © pholidito/stock.adobe.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

  • Krankheit & Unfall: Vorsorge für den Notfall

    Krankheit & Unfall: Vorsorge für den Notfall

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Aus der Corona-Krise haben wir gelernt, dass sich unverhofft alles sehr plötzlich ändern kann und dass ein Notfall-Plan in der Schublade dann am besten bereits ausgearbeitet ist. Notfallszenarien entstehen dabei meist im Kleinen: Ein Unfall oder eine Krankheit. Wir haben mit Rechtsanwalt Heiner Klett über die nötige Vorsorge für die beiden Szenarien gesprochen.

    Ein Unfall geschieht schnell und kann je nach Schwere alles verändern, eine Krankheit kann das Erledigen gewisser Aufgaben auf Dauer unmöglich machen. Als Gestütsleiter sollte man sich also frühzeitig Gedanken über eine mögliche Vertretung machen. Rechtsanwalt Heiner Klett vom Landesbauernverband in Baden-Württemberg gibt einen wichtigen Hinweis zum Einstieg: „Jeder Betriebsleiter kennt seine Anlage und seine Handlungsabläufe. Über viele Routinehandlungen denkt er nicht mehr nach und führt sie einfach aus. Genau diese Abläufe kennt ein Dritter, der plötzlich einspringen soll, aber im Zweifel nicht.“ Das beginnt bei einfachen Dingen, wie der Frage, wo die Schlüssel für Fahrzeuge, Werkstatt oder andere Wirtschaftsgebäude liegen oder wie die Alarmanlagen aktiviert oder deaktiviert werden. Weitere Aspekte, die Klett nennt, umfassen die Notstromversorgung, den Sicherungskasten, die Wasserversorgung oder auch die Heizung: Wo ist sie, für welche Gebäude wird sie verwendet und womit wird sie betrieben?

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    Verständlich und transparent

    Eine verständliche Dokumentation der Arbeitsabläufe und Notfallpläne sind für neue Mitarbeiter ebenso wichtig wie für eine Krankheitsvertretung. Klett rät: „Es ist hilfreich, Listen oder Ablaufpläne zu erstellen, aus denen sich ergibt, welche Maßnahmen wann mit welchen Mitteln erledigt werden. Unterteilen kann man solche Listen etwa in Bereiche wie Management, Fütterung und weitere Tätigkeitspläne.“ Ein Beispiel dafür sei die Versorgung der Pferde: Welche Tiere muss das Team wann versorgen? Welche Futtermittel müssen in welcher Menge für wen bereitgestellt werden? All diese Fragen gilt es transparent zu beantworten und die Informationen aktuell zu halten. Im Bereich der Tätigkeiten ist zu vermerken, welcher Mitarbeiter wann welche Aufgaben im Stall wahrnimmt. Wer ist für Entmistung und Entsorgung verantwortlich und wann? Welche Belegungspläne gibt es für die Hallen- und Koppelnutzung? In wessen Zuständigkeitsbereich fällt die Beauftragung eines Tierarztes und hat diese Person auch alle dafür notwendigen Kontaktdaten?

    Die nötigen Papiere

    Außerdem muss eine Vertretung wissen, wo sich für die Anlage und die Kunden relevante Unterlagen befinden. Klett führt aus: „Dazu gehören zum Beispiel Versicherungen, Informationen dazu, welche Güter von welchen Lieferanten bezogen werden oder welche Firmen bei Maschinen- und Geräteausfällen unterstützen können.“ Bei der Verschriftlichung dieses Wissens können Checklisten oder Notfallanweisungen helfen, die die einzelnen Fragen Schritt für Schritt erklären.

     

    Wichtige Unterlagen, die bereitliegen sollten, wenn ein Betriebsleiter durch Unfall oder Krankheit längere Zeit ausfällt, befinden sich idealerweise an einem Ort, der allen im Team bekannt ist. Klett empfiehlt: „Es hat sich bewährt, einen als solchen erkennbaren Notfallordner zu erstellen, in dem alle für den Notfall erforderlichen Unterlagen sind – am besten getrennt nach Sachgebieten. Auch ein Hinweis darauf, wo sich das Testament befindet kann dort gut aufbewahrt sein. Auch wenn der Betriebsleiter nur zeitlich begrenzt nicht mehr handeln kann, braucht er oder sie wenigstens eine Person, die ihn rechtsgeschäftlich vertreten kann.“ In diesem Fall ist die Erteilung einer Vollmacht im Vorfeld notwendig, beispielsweise in Form einer Generalvollmacht oder Vorsorgevollmacht.

     

    Vollmacht erteilen

    Eine Vollmacht kann an eine oder mehrere Personen erteilt werden. Klett erklärt: „Das kann der Partner oder auch volljährige Kinder sein. Wichtig zu wissen ist, dass sie den Betriebsleiter bzw. die Betriebsleiterin nicht automatisch aufgrund der familiären Beziehung vertreten, sondern nur auf Grund einer erteilten Vollmacht handeln können.“ Der Umfang der Vollmacht kann so gestaltet werden, dass der Vertreter entweder alle oder nur bestimmte Rechtsgeschäfte vornehmen kann. „Notwendig dürfte jedenfalls ein Vertretungsrecht insbesondere gegenüber allen Behörden, Versicherungen, Renten- und Sozialleistungsträgern einschließlich der Vertretung bei Gerichten sein.“, gibt Klett zu bedenken. Banken bestehen seiner Erfahrung nach in der Regel auf ihren eigenen Formularen.

     

    Zudem mahnt der Anwalt, auch an Gesundheitsfragen zu denken: „Bei der Vollmachtserteilung sollte man bei der Personensorge an die Bestimmung des Aufenthalts, die Pflegebedürftigkeit, die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht, aber auch an eine Patientenverfügung denken. Die Vollmacht kann auch gesplittet werden: So kann eine Person für die rechtsgeschäftliche und Vermögenssorge verantwortlich sein und eine andere für die beschriebene Gesundheitssorge.“ Sind besondere Vollmachten erforderlich, wie etwa für Online-Antragstellungen, Online-Konten, Homepages und ähnliches, sollte die Vollmacht auch solche Regelungen beinhalten. Zudem ergänzt Klett: „Soll die Vollmacht auch zu bestimmten formbedürftigen Rechtsgeschäften, wie beispielsweise einem Verkauf von Immobilien berechtigen, muss die Vollmacht notariell beurkundet, mindestens aber öffentlich beglaubigt sein.“

     

    Die Wahl eines Stellvertreters  

    „Der Stellvertreter tritt, wie der Name sagt, auf Grund einer erteilten Bevollmächtigung an die Stelle des Betriebsinhabers. Dies setzt in allererster Linie ein entsprechendes Vertrauensverhältnis voraus, denn mit einer Vollmacht werden in der Regel weitreichende Kompetenzen erteilt, die zu nicht gewollten oder gemeinten Handlungen führen können“, gibt Klett zu bedenken und ergänzt: „Deshalb sollte auch eine Widerrufsmöglichkeit nicht vergessen werden.“ Neben dem nötigen Vertrauen zeichnet sich eine geeignete Stellvertretung durch Erfahrung, Sachkenntnis und erforderliche Fähigkeiten aus. So müssen die bereits erwähnten Listen und Ablaufpläne der Vertretung ausreichen, um die Aufgaben leisten zu können. Steht keine entsprechend sach- und fachkundige Person zur Verfügung, sollte der Stellvertreter auf dem Betrieb darüber informiert sein, wo er die erforderliche Sachkunde und Unterstützung einholen kann, weiß Klett.

     

    Werden die Aufgaben zeitlich beschränkt übergeben, ist das eine Sache, muss die Nachfolge dauerhaft geregelt werden, eine andere. Wenn der bisherige Betriebsleiter berufsunfähig ist und es einen Nachfolger gibt, der bereit ist und über die nötige Ausbildung verfügt, den Betrieb zu übernehmen, ist eine klassische Übergabe denkbar. „Der Betrieb könnte dann gegen entsprechende Versorgungsleistungen, ggf. Wohnrechte usw. übertragen werden“, schlägt Klett vor. „Voraussetzung hierfür ist, dass entweder der Betriebsleiter selbst noch oder wieder geschäftsfähig ist oder bei Geschäftsunfähigkeit entsprechende Vollmachten vorhanden sind.“ Hat keiner der Familienangehörigen Interesse und kommt auch niemand aus dem Team in Frage, rät Klett alternativ auch zu Internetplattformen, sogenannten Hofbörsen: „Dort können sich Personen finden, die bereit sind, den Betrieb beispielsweise über Rentenkaufverträge zu übernehmen.“

     

    Ist jedoch absehbar, dass die Berufsunfähigkeit der Betriebsleitung nur vorübergehend ist oder wenn mögliche Nachfolger noch nicht volljährig sind, dann kann, je nach Leistungsfähigkeit des Betriebes auch ein Verwalter zum Einsatz kommen. Der Verwalter oder die Verwalterin führt den Betrieb weiter, bis der Betriebsleiter wieder gesund oder der Nachfolger volljährig ist. Als Alternative nennt Klett die Möglichkeit, den Betrieb mittelfristig zu verpachten, wenn es Interessenten gibt. Für weiterführende Informationen verweist Klett auf Broschüren des Bundesjustizministeriums und anderer Ministerien. Der „Notfallcheck“ beispielsweise ist eine Broschüre der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum in Baden-Württemberg (LEL) steht auf der Homepage der LEL zum Download bereit oder kann in Papierform bestellt werden.

    Quelle: Pferdebetrieb-Archiv

    [/ihc-hide-content][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Heiner Klett ist Rechtsanwalt und tätig im Referat Agrarrecht, Landesbauernverband in Baden-Württemberg e.V.. Zu seinen Aufgabengebieten gehören neben Familien- und Erbrecht u.a. auch Grundstücksrecht, Forst- und Jagdrecht, Naturschutzrecht, Pachtrecht, Wasser- und Wirtschaftsrecht.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_single_image image=“221283″][/vc_column][/vc_row]

  • Schutz vor Wildschweinen und Wölfen

    Schutz vor Wildschweinen und Wölfen

    Wildschweine können auf Pferdekoppeln große Schäden anrichten – und Wölfe können die Pferde attackieren. Wer Wildschweine und Wölfe von seinen Weiden fernhalten möchte, der braucht zusätzlich einen passenden Wildschutzzaun.

    Wildschweine sind Herdentiere, die gemeinsam auf Futtersuche gehen – manchmal auch auf der Pferdekoppel oder dem Grünland, das für die Heuwerbung gedacht ist. Hier richtet das Schwarzwild oft enorme Schäden an, wenn es die Wiesen auf der Suche nach Futter wie Würmern, Larven und Mäusen umbricht. Besonders in Regionen mit Nadelwäldern besteht die Gefahr, denn hier herrscht grundsätzlich höherer Nahrungsmangel als in Laub- oder Mischwaldgebieten.

    Blink- und Leuchtabschreckung

    Wildschwein oder Schwarzwild sorgt häufig für große Schäden auf Pferdeweiden.

    Foto: WildMedia-stock.adobe.com

    Es ist bewiesen, dass sich die intelligenten Wildschweinfamilien an alle mit Blink- oder Leuchteffekten versehenen optischen Abwehrmaßnahmen früher oder später genauso gewöhnen, wie an akustische Geräte und chemische Präparate oder Vergrämungsmittel. Einzig der Elektro-Wildabwehrzaun hat sich bewährt. Die Wirksamkeit eines Elektrozauns wird verstärkt, wenn er sichtbar gemacht wird, zum Beispiel durch blaues Flatterband. Jedes, auch flüchtig anwechselnde Wild, wird durch die Bewegung, die Farbe Blau und das Schimmern des Bandes vor diesem Zaun zunächst gebremst. Bei jedem vorsichtigen Versuch, das Hindernis zu überqueren, berührt das Wild die Elektroleiter und erhält einen Stromschlag. Daraufhin wird sich das Schwarzwild umgehend zurückziehen.

    So sollte der Zaun aussehen

    Ein Abwehrzaun, der Wildschweine zurückhalten soll, hat eine Höhe von 50 bis 60 cm. An den Ecken der einzuzäunenden Fläche – und je nach Zaunlänge auch auf halber Strecke – wird ein Holzpfahl eingeschlagen, an dem Isolatoren festgeschraubt sind. Dazwischen werden (je nach Gelände) im Abstand von 6 bis 8 Metern 90cm lange Kunststoffpfähle mit integrierter Litzenöse aufgestellt. An den Holzpfählen werden die Litzen gespannt, während sie in den Ösen der Kunststoffpfähle nur eingelegt werden. Die Litzen sollten mit einem Bodenabstand von 20 cm, 40 cm und 50 bis 60 cm gespannt werden. Zusätzlich sollte man an ein Tor zur Durchfahrt denken.

    So funktioniert beispielsweise ein Wildabwehrzaun gegen Schwarzwild von AKO.

    So funktioniert beispielsweise ein Wildabwehrzaun gegen Schwarzwild von AKO. Grafik: AKO

    Mobiler Schutzzaun

    Als Alternative zum festen Aufbau eines Abwehrzauns gegen Schwarzwild gibt es das mobile Wildabwehrnetz WildNet von AKO. Das WildNet lässt sich schnell aufbauen und ist dank der blauen Farbe für Wildschweine gut zu sehen. Das 50 m lange Netz verfügt zur Wildabwehr über 3 stromführende Litzen mit TriCond-Drähten für perfekte Leitfähigkeit. Dank der definierten Abstände der Litze und der Anzahl der Pfähle, lässt sich das System sehr leicht aufbauen. Zusätzlich zum WildNet kann ein blaues Signalband montiert werden, das die Sichtbarkeit erhöht. Dafür verfügen die langen Stützpfähle des Systems über entsprechende Aufnahmen. Inklusive Signalband ist der mobile Wildschutzzaun WildNet 75 cm hoch.

    Nutztiere in Gefahr

    Wölfe können für Unruhe auf der Pferdeweide sorgen.

    Foto: bennytrapp – stock.adobe.com

    Nach gut 150 Jahren kehrt der Wolf in seine alte Heimat zurück. Eine Tatsache, die unterschiedliche Gefühle bei Pferdebesitzern auslöst. Auch wenn der Wolf keine direkte Gefahr für Leib und Leben eines Pferdes bedeutet, so kann er doch für Unruhe sorgen oder Pferdefohlen gefährlich werden. Der größte Teil der Wolfspopulation findet sich in Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Dass der Wolf in Deutschland wieder Fuß gefasst hat, birgt Konfliktpotenzial, denn der Wolf reißt Tiere und zwar solche, die er am leichtesten erbeuten kann. Darunter befinden sich häufig auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen. Pferde stehen in der Regel nicht auf seinem Speiseplan. Dennoch kann er Unruhe in eine Herde bringen und das birgt Gefahren, beispielsweise, wenn die Pferde auf der Flucht durch den Zaun brechen. Schutzmaßnahmen können daher in gefährdeten Gebieten sinnvoll sein. Doch wie schützt man die Pferde auf der Koppel vor Meister Isegrim am besten?

    Wolfschutzzaun

    So sieht ein Zaun zur Wolfsabwehr aus.

    1 Premium WildHog Weidezaunlitze │ 2 blaues TopLine Plus Weidezaunband │

    3 blaues Signalband │ 4 Alustreifen oder Lappen │

    5 Zaunverbindungskabel mit Krokodilklemmen │

    6 Signal-Licht │ 7 Warnschild │ 8 Isolatoren │ Grafik: AKO

    Eine gute Möglichkeit, den Wolf zu vertreiben, ist ein Elektrozaun mit einer Mindestspannung von 4.000 V (bei sehr trockenen Bodenverhältnissen 5.000 V). Neben 5 reihigen Litzenzäunen mit Metallpfählen (sog. permanente Zaunsysteme) empfehlen Experten vor allem  „schlagkräftige“ und flexible Lösungen, die schnell aufgestellt und in Betrieb genommen werden können, um Ihre Nutztiere vor Wolfsangriffen zu schützen. Sogenannte Plus/Minus-Netze, wie zum Beispiel das bewährte AKO WolfNet Vario oder das neue AKO WolfNet Maxi mit einer Höhe von 122 cm, bieten hier einen besonders guten Schutz. Die waagrechten Litzen werden hierbei abwechselnd mit dem Zaunanschluss (+) und dem Erdanschluss (-) ihres Weidezaungeräts verbunden. Die dabei entstehenden Erdungslitzen intensivieren den Stromschlag am Wolf bei gleichzeitiger Berührung zweier Litzen (+/-) und garantieren selbst bei schwierigen Bodenverhältnissen (zum Beispiel sehr trockenen Böden) ausreichend Schutzwirkung. Zur zusätzlichen optischen und akustischen Abschreckung wird das Anbringen eines Herdenschutzbandes an den Pfählen empfohlen. Durch das Flattern des Bandes im Wind können  Wölfe verstärkt abgewehrt werden.

    Info: www.ako-agrar.de

  • Reitplatzböden: Kann es einen für alle geben?

    Reitplatzböden: Kann es einen für alle geben?

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Spätestens wenn Vertreter verschiedener Reitweisen aufeinandertreffen, beginnt die Diskussion um den perfekten Boden. Aber kann ein Boden alle glücklich machen? Welche Lösungen und Kompromisse sich anbieten, haben wir für Sie zusammengestellt.

    Unterschiedliche Reitweisen und Reitsportdisziplinen stellen unterschiedliche Anforderungen an den Untergrund. Jede Reitweise verlangt vom Boden mehr oder weniger Festigkeit beim Auffußen, Dämpfung, Elastizität, Griffigkeit und Scherfestigkeit. Aber wo liegen eigentlich die Unterschiede? Im Material, im Aufbau? Es ist wohl ein bisschen von allem. Hauptbestandteil eines Reitbodens ist klassischerweise Sand. Somit haben Qualität und Auswahl des passenden Sands auch den größten Einfluss auf die späteren Reiteigenschaften.

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    In der Regel werden für Reitböden Quarzsande verwendet, da diese durch Wasser kompakt und nicht etwa matschig werden. Wasser ist also neben dem passenden Sand der zweitwichtigste Faktor, wenn es um die Reiteigenschaften eines Bodens geht. Ein reiner Springboden wird beispielsweise in der Regel so stark gewässert, dass er das Wasser gerade noch aufnehmen kann. Dadurch liegt der Boden sehr kompakt und bietet eine extrem hohe Scherfestigkeit, also viel Grip in schnellen Wendungen. Das sorgt übrigens auch für das charakteristische Geräusch beim Galoppieren. Die Zuschlagstoffe, über die immer wieder viel diskutiert wird, haben den kleinsten Einfluss: Sie können die Reiteigenschaften eines Bodens zwar verstärken, aber nicht komplett verändern.

    Spezialböden

    Fachleute sind sich einig: Reitplatzböden gezielt auf eine Disziplin auszurichten, ist heutzutage kein Problem. Die größere Herausforderung ergibt sich, wenn Extreme wie Springreiten und Westernreiten mit Sliding Stops auf einer Reitanlage, sprich auf einem Boden, aufeinandertreffen. Einen Boden, der scherfest ist und gleichzeitig ein Rutschen zulässt, gibt es nicht. Die Feinabstimmung für unterschiedliche Reitweisen erfolgen bei den meisten Bödenherstellern über den Entzug oder Zugabe von Wasser. Ein zweiter Aspekt ist die Verwendung spezieller Sandmischungen. Eine Justierung kann schließlich noch über Zuschlagstoffe – beispielsweise Vlieshäcksel oder Holzhäcksel – erfolgen.

    Anforderungen

    Betrachtet man die Wünsche der Reiter einzelner Disziplinen näher, liegen die Unterschiede vor allem in der Tretschicht: Dressurreiter bevorzugen einen elastischen, lockeren Boden, der dennoch Trittsicherheit bietet. Springreiter trainieren gerne auf griffigen, festen Böden. Insbesondere Reitschulen brauchen ein bisschen von allem und einen guten Kompromiss, der es zulässt, eine Dressurstunde auf eine Springstunde folgen zu lassen. Kein Pferd darf ausrutschen, aber der Boden sollte dennoch weich genug sein, dass das Verletzungsrisiko für Reitschüler bei einem Sturz vertretbar bleibt. Ein solcher Boden beziehungsweise eine solche Bodeneinstellung ist für die meisten Pferde auch ein guter Kompromiss für die Alltagsarbeit.

    Aufbau

    Der grundsätzliche Aufbau des Reitbodens ist meist von der darauf gerittenen Disziplin unabhängig. Entscheidend sind nach Angaben von Herstellern hier Vorliebe, Pflege und der preisliche Rahmen. In der Praxis kommen heutzutage häufig sogenannte Drei-Schicht-Systeme zum Einsatz. Sie bestehen aus einer Tragschicht, einer Trennschicht und einer Tretschicht. Alternativ sind auch noch Zwei-Schicht-Plätze zu finden. Diese eignen sich nur, wenn die örtlichen Gegebenheiten stimmen. Dazu gehört die Sickerfähigkeit des Untergrunds. Alle oberflächlich entwässernden Plätze lassen Regenwasser über ein Gefälle abfließen. Früher wurde das Gefälle sehr häufig wie eine Dachlinie über die Mitte des Platzes angelegt. Das Wasser sollte dann zu beiden langen Seiten hin abfließen, weil es so den kürzesten Weg hat. Das ist theoretisch richtig, allerdings war in der Praxis das Gefälle oft schon nach wenigen Monaten verschwunden, weil es bei der Reitplatzpflege einfach weggeschleppt wurde. Heute läuft das Gefälle bei den meisten Plätzen entlang des natürlichen Gefälles der Umgebung in eine Richtung. Das macht die Reitplatzpflege deutlich einfacher und bei starkem Regen hat das Wasser nur eine Fließrichtung. Eine Alternative dazu sind vertikal entwässernde Plätze, bei denen das Wasser nach unten abfließt. Dafür werden meist Matten oder Platten verbaut und ein optional angelegtes Gefälle ermöglicht eine zusätzliche Oberflächenentwässerung. Als Drittes gibt es die Anstausysteme, auch Ebbe-Flut-Systeme genannt. Hier werden Be- und Entwässerung in der Regel vollautomatisch gesteuert.

    Wasser halten und abfließen lassen

    Vertikal entwässernde Reitplätze werden in der Regel mit einer Trennschicht aus Kunststoffrastern oder -matten gebaut. Auch diese tragen ganz erheblich zur Qualität des Reitbodens bei. Hier gilt es vor allem, einen guten Kompromiss beim Wassermanagement zu finden. Zum einen müssen die Raster möglichst viel Wasser nach unten durchlassen, damit sich auch bei starkem Regen keine Pfützen bilden. Zum anderen sollte noch genügend Wasser im Boden verbleiben, sodass nicht unnötig viel Wasser verbraucht wird. Etwas knifflig macht diese Aufgabe, dass nicht jede Matte und jedes Raster gleich gut auf jedem Untergrund funktioniert. Bei einem vertikal entwässernden Reitplatz spielt auch die Sickerfähigkeit des darunterliegenden Bodens eine große Rolle. Hier bleibt Pferdebetrieben vor einer Kaufentscheidung nichts anderes übrig, als sich möglichst viele Referenzbetriebe anzuschauen und dabei immer wieder die natürlichen Bodenbeschaffenheiten mit den eigenen zu vergleichen. Bei Anstausystemen spielt der natürliche Untergrund so gut wie keine Rolle, da diese Reitplätze in einer Folie liegen und damit komplett vom natürlichen Sickerverhalten des umgebenden Bodens entkoppelt sind.

    Als Zwischenfazit lässt sich festhalten: Ein Schichtsystem punktet durch geringes Budget und tollem Ergebnis – fordert allerdings einen gewissen Pflegeaufwand. Anstau-Systeme sind pflegeleichter, da sich Betriebe hier das bewässern sparen können und die Reiteigenschaften sind sehr konstant. Sie sind jedoch auch teurer.

    Zuschlagstoffe

    Art und Menge der Zuschlagstoffe sind mitverantwortlich für die Beschaffenheit der Tretschicht und damit für die Abstimmung des Bodens auf eine spezielle Disziplin Diskussionsbedarf gibt es je nach Vorgaben der einzelnen Regionen und Bundesländer hinsichtlich nicht natürlich abbaubarer Stoffe. Allerdings werden heutzutage immer mehr natürliche und damit abbaubare Materialien entwickelt und eingesetzt. Als Material altbekannt sind Hackschnitzel. Sie werden in der Halle relativ häufig eingesetzt, hin und wieder auch auf Außenplätzen, vor allem dann, wenn das Budget eine Rolle spielt. Hackschnitzel sind durchaus in der Lage, die Reiteigenschaften eines Bodens zu verbessern, allerdings verrotten sie gerade im Außenbereich relativ schnell und verunreinigen dann den Sand. Das wäre nicht so schlimm, wenn organisches Abbaumaterial im Sand nicht gleichbedeutend mit Matsch wäre. Verrottete Hackschnitzel sorgen dafür, dass das Wasser schlechter abfließt, und der Boden wird rutschig, wenn er nass ist. Für die Hackschnitzel spricht hingegen, dass sie unkompliziert in der Entsorgung sind, relativ wenig kosten und Wasser speichern, das sie wieder an den Sand abgeben können.

    Deutlich länger haltbar sind Vlieshäcksel und Vliesfasern – sie haben den Hackschnitzeln inzwischen den Rang abgelaufen. Um bezüglich Entsorgung keine Probleme zu bekommen, raten Experten, auf ein Umweltzertifikat oder eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zu achten. Denn es gilt bereits im Vorfeld abzuklären, ob und gegebenenfalls wie die Zuschlagstoffe später entsorgt werden müssen. Abgesehen von einigen Western- und Tölt-Disziplinen laut Experten die Mehrzahl modernen Turnierreitböden inzwischen aus Sand-Vlies-Gemischen, wobei die Qualität und Produktreinheit von entscheidender Bedeutung sei.

    Mehrere Hersteller setzen inzwischen auf Produkte aus natürlichen Wollfasern. Darunter ist Baumwolle oder Schafwolle. Für die natürlichen Wollfasern spricht die unkomplizierte Entsorgung und eine relativ lange Haltbarkeit, allerdings ist diese doch kürzer als bei Vlieshäcksel und Vliesfasern. Zudem verändern sie beim Verrotten die Qualität des Sands. Je nach Nutzung des Reitbodens müssen jedoch nicht unbedingt Zuschlagstoffe zum Einsatz kommen.

    Wasser marsch

    Eines vorweg: Über die Pflege des Bodens lassen sich Bodenbeschaffenheiten wie Festigkeit, Durchmischung und gleichmäßige Schichthöhe der Tretschicht wesentlich beeinflussen. Die optimale Pflege eines Reitbodens fängt aber nicht mit dem Reitbahnplaner, sondern mit der richtigen Dosis Wasser an. Aber nicht nur für die direkt spürbaren Reiteigenschaften ist der richtige Wasserstand wichtig. Dass ein Reitboden durch Austrocknen tatsächlich kaputtgehen kann, ist vielleicht den wenigsten Pferdebetrieben bewusst. Das Wasser sorgt dafür, dass die Tretschicht fest genug ist, um sich nicht mit dem Unterbau zu vermischen. Denn wenn Tretschicht und Unterbau einmal vermischt sind, muss der gesamte Boden mühsam abgetragen und wieder ausgesiebt werden. Auch der Sand selbst mag Trockenheit nicht, denn das Sandkorn kann durch Trockenheit porös werden. Man möchte in puncto Wasser viel Wasser im Boden erhalten, andererseits aber auch nicht zu viel haben.  Um das möglich zu machen, braucht es ein ausgewogenes Zusammenspiel von richtigem Sand, passendem Unterbau und dem optimalen Beregnungssystem. Zusätzlich muss ein optimales Quergefälle geschaffen werden, um den reibungslosen Wasserabfluss zu gewährleisten.

    Mehr Informationen zum Thema Reitboden bieten die kostenfreien Pferdebetrieb eBooks. 

    Quelle: Pferdebetrieb-Archiv

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  • Getreide – sinnvoll oder schädlich?

    Getreide – sinnvoll oder schädlich?

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]„Den sticht der Hafer“  oder „ohne Hafer geht es nicht“ – „mit Hafer und Heu haben schon die Großväter Pferde gefüttert“ Wer nachfragt, trifft auf viele gänzlich unterschiedliche Aussagen zur Getreide- und insbesondere Haferfütterung. Doch wie sieht eine sinnvolle Rationsplanung aus? Und spielt es eine Rolle, ob Getreide eingesetzt wird oder nicht?

    Mit den Grundlagen der Pferdefütterung sollten sich alle Pferdehalter, wie aktive Turnierreiter, passionierte Breitensportler, Züchter oder einfach nur Pferdefreunde auseinandersetzen, um eine tierartgerechte Fütterung zu gewährleisten und diese Fragen beantworten zu können.

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    Die Fütterung ist eine wesentliche Grundlage für die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit der Pferde. Trotz der deutlich veränderten Haltungsformen basiert die moderne Pferdefütterung auch heute noch auf den rohfaserreichen, strukturierten Futtermitteln wie Gras, deren Konservate (Heu, Silage) oder Stroh. Ergänzt wird das Basisraufutter vielfach durch nährstoffreiche Getreide- oder Ergänzungsfutter. Die aufgenommenen Nährstoffe und funktionsunterstützenden, strukturierten Ballaststoffe (Rohfaser) müssen vom Pferd so verändert werden, dass für den Körper nutzbare Stoffe entstehen. Die nicht nutzbaren Futterreste werden zumeist über Kot und Harn wieder ausgeschieden. Die Veränderung erfolgt durch Kautätigkeit, enzymatische und mikrobielle Aufspaltung und biochemische Umsetzungsprozesse.  Für die Fütterung gilt also stets der Grundsatz: die anatomischen, physiologischen und ethologischen Bedürfnisse der Pferde sind als Basis der tierartgerechten Ernährung zu berücksichtigen.

    Anforderungen an die Ernährung

    Somit ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Getreide als Krippenfutter oder getreidehaltigen Ergänzungsfuttermitteln eher zweitrangig zu betrachten.

    Doch was sind anatomische, physiologische und ethologische Anforderungen und welchen Bezug haben sie zur Komponentenauswahl in der Rationsplanung? Dem differenziert aufgebauten Verdauungskanal verdankt das Pferd die Fähigkeit sehr unterschiedliche Futtermittel verdauen zu können. So ist es in der Lage konzentrierte Nährstoffe wie Stärke, Eiweiß und Fett enzymatisch zu verdauen. Daher ist das Pferd auch in der Lage Getreide wie Hafer verdauen zu können. Kohlenhydrate aus Gerüstsubstanzen können mit Hilfe mikrobiell hergestellten Enzymen im Dickdarm aufgespalten werden. Somit ist das Pferd in der Lage verschiedene Futtermittel, von jungem, nährstoffreichem Gras über stärkereiche oder fettreiche Samen bis hin zu verholztem, rohfaserreichen Gras, aufzunehmen und zu verdauen. Diese Variabilität in der Verwertung verschiedener Futtermittel geht aber zu Lasten der Ausnutzung. So können Pferde im Vergleich zu Wiederkäuern rohfaserreiche und nährstoffarme Komponenten weniger effektiv nutzen. Durch selektives Grasen und eine hohe Futteraufnahmekapazität werden diese Nachteile teilweise kompensiert. Außerdem zermahlen Pferden die Nahrungsbestandteile intensiv vor dem Abschlucken und legen dadurch lösliche Nährstoffe für die Dünndarmverdauung frei.

    Stärkehaltiges Futter nur begrenzt

    Im Vergleich zu Monogastrieren ist das Pferd zwar besser in der Lage, rohfaserreiche Futtermittel verdauungsphysiologisch zu nutzen, die Verdauungseffizienz bei nährstoffreichen Futtermitteln wie Getreide ist aufgrund der geringeren Konzentration von Verdauungsenzymen hingegen deutlich schlechter. So sind Pferde aufgrund des nur mit geringer Aktivität vorkommenden Pankreasenzyms Amylase eingeschränkt in der Lage Stärke zu verdauen. Stärkehaltige Futtermittel wie Hafer, Gerste, Mais oder auch stärkereiche Ergänzungsfutter in Pellet- oder Müsliform sind somit nur mengenbegrenzt einsetzbar. Maximal 1 g Stärke pro kg Körpergewicht und Mahlzeit wird empfohlen. Auch ist die Struktur und Größe der Stärkekörner maßgeblich für die Verdaulichkeit. Ist die feinkörnige Haferstärke zu 80 Prozent dünndarmverdaulich, sind grobkörnige Stärken aus Mais oder Gerste nur zu circa 30 Prozent verdaulich. Ein hydrothermischer Aufschluss dieser Stärkegranula bringt deutliche Verbesserung. Eine übermäßige Stärkezufuhr beziehungsweise schwer verdauliche Stärketräger in der Ration können dazu führen, dass die Stärke in den Dickdarm einströmt und dort zu Fehlgärungen führen kann. Koliken können die Folge sein.

    Die Basisversorgung der Fütterung erfolgt über das Raufutter. Um eine pferdgerechte Rationsberechnung durchführen zu können, müssen unbedingt die Nährwerte der Raufutterversorgung miteinberechnet werden. Deshalb ist eine Analyse des Raufutters in jedem Fall notwendig. Auch die Qualität verschiedener Heuschnitte der gleichen Weide können sich voneinander unterscheiden. In manchen Fällen kann der Betrieb dank einer Heuanalyse Futter einsparen, zum Beispiel da Zusatzfutter nicht mehr nötig ist.

    Neben den Nährstoffen liefert die Raufutterversorgung auch Beschäftigung und Kautätigkeit. Denn ein Pferd verbringt in der Natur einen Großteil des Tages mit der Suche und Aufnahme von Futter. Obwohl das Pferd ein Dauerfresser ist, müssen die Mengen begrenzt sein, um Übergewicht und andere Krankheiten vorzubeugen. Unterstützen können beispielsweise Heunetze oder spezielle Raufen. Die Pausen zwischen den Mahlzeiten sollten – um eine pferdgerechte Fütterung zu gewährleisten – möglichst nicht länger als vier Stunden sein. Je nach Betriebsstruktur kann dies gerade nachts zu Problemen führen. Helfen können hier beispielsweise automatische Fütterungssysteme, die kleinere Mengen an Raufutter zu einstellbaren Zeiten auswerfen.

    Vor- und Nachteile von Getreide

    Doch stellt sich die Frage, ob Pferde überhaupt auf die energiereiche Getreidefütterung angewiesen sind und welche Vor- beziehungsweise Nachteile Getreide in der Rationsgestaltung mit sich bringen kann. Dazu sind Kenntnisse über den Nährstoffbedarf zwingend erforderlich, die in die Rationsgestaltung einfließen müssen. So sind die physiologischen Anforderungen, die unter anderem auch durch den Leistungsbedarf der Pferde bedingt werden, maßgeblich. Neben der Sport- und Bewegungsleistung zählen auch Wachstum, Trächtigkeit, Laktation und Deckbeanspruchung dazu. Je höher der Leistungsanspruch desto höher der Nährstoff- und Energiebedarf. Dazu ist es essentiell den Bedarf der Pferde in den Leistungsphasen zu kennen und auch die Nährstoffausstattung in den Futtermitteln.

    Pferde ohne besondere Leistungsanforderungen beziehungsweise bei leichter Arbeitsbelastung können durchaus mit einer raufutterbasierten Ration bei entsprechender Mineralstoffsupplementierung bedarfsgerecht versorgt werden. Bei einer empfohlenen Raufuttermenge von mindestens 1,5-2 kg/100 kg Körpergewicht und Tag kann der Energiebedarf abgedeckt werden. Darüber hinaus wird dem Kaubedürfnis und der Beschäftigung durch die Raufuttermenge Rechnung getragen. Für die Futtersuche und –aufnahme werden pro Tag 12-16 Stunden veranschlagt. Untersuchungen zeigen, dass die Heuaufnahme bei Großpferden 40 Minuten Zeitbudget beansprucht. Bei angenommenen 12 kg Heu werden somit 8 Stunden Futteraufnahme angesetzt. Die Verlangsamung der Futteraufnahme durch Heuraufen beziehungsweise das zusätzliche Angebot von Stroh sind empfehlenswert. Energiereiche Getreide- oder Mischfutterergänzung ist nicht notwendig und sollte beim Einsatz gegebenenfalls zu einer Reduzierung der Raufuttermenge führen, um einer Verfettung (Adipositas) vorzubeugen. Während der Weideperiode werden Pferde mit nur geringer Arbeitsbelastung je nach Grasbestand und Weidezeit ausreichend mit Energie versorgt.

    Die Rationsgestaltung für stärker leistende Pferde sollte durchaus auch energiereiche Krippenfutter beinhalten, wobei die Rationsbasis ein Mindestangebot von 1,5 kg Raufutter/100 kg Körpergewicht und Tag aufweisen muss. Ob der Pferdehalter sich für eine Krippenfutterration aus Getreide (z.B. Hafer, Hafer-Gerste; Hafer-Gerste-Mais) und Mineralfutter oder für ein Ergänzungsfutter für Pferde in Müsli- oder Pelletform entscheidet, richtet sich in erster Linie auch nach den betrieblichen Prioritäten. Zu berücksichtigen bleibt die Begrenzung der Stärkemenge und auch der Fettmenge (1g Fett/kg Körpergewicht und Tag), um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. So sollte bei einem 600 kg Pferd nicht mehr als 1,5 kg Hafer als alleiniges Krippenfutter pro Mahlzeit gefüttert werden. Pferde mit einem erhöhten Energiebedarf müssen entsprechend mindestens 3 oder mehr Mahlzeiten pro Tag angeboten bekommen. Auf ein Quetschen des Hafers kann bei Pferden mit intakten Backenzähnen verzichtet werden.

    Dürfen Ergänzungsfutter für Pferde Hafer enthalten?

    Diese Frage kann mit „ja“ beantwortet werden, denn der Hafer bietet ernährungsphysiologische Vorteile. Infolge des hohen Spelzanteils und der Größe wird er gut gekaut. Der relativ hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren und Schleimstoffen wirken sich günstig aus. Die Akzeptanz des Hafers bei Pferden ist gut. Somit eignet sich Hafer durchaus als Komponente im Ergänzungsfutter. Er kann jedoch auch durch andere Getreidearten ersetzt werden wie Gerste und Mais. Zu beachten bleibt aufgrund der unzureichenden präcäcalen (vor dem Blinddarm stattfindenden) Stärkeverdaulichkeit von Gerste und Mais die vorherige Behandlung (Wärmebehandlung u.ä.). Besondere Inhaltsstoffe des Hafers, die auf Temperament und Leistungsfähigkeit Einfluss haben, wurden bisher nicht nachgewiesen.

    Wann sollte auf eine Getreidefütterung verzichtet werden?

    Zahlreiche Fütterungsfehler, häufig in Kombination mit Haltungs- oder Nutzungsfehlern, können zu ernährungsbedingten Erkrankungen führen. So ist Magenulzera (Magengeschwür) eine häufig diagnostizierte Erkrankung. Aber auch Adipositas oder endokrine Störungen wie Equines metabolisches Syndrom (EMS) oder Equines Cushing-Syndrom (ECS) treten vermehrt auf. Die Begrenzung der Zucker- beziehungsweise Stärkezufuhr sollte bei diesen Pferden besonders berücksichtigt werden. So sollte der Fokus der Energiezufuhr auf Raufutter gelegt werden. Die Krippenfuttermenge sollte deutlich limitiert werden. Stärkereiche Futtermittel sollten deutlich begrenzt beziehungsweise darauf verzichtet werden. Getreidefreie und stärkearme Ergänzungsfutter in Pellet- oder Müsliform bieten sich als Alternative an. Energetische Aufwertung der Rationen durch Fett- beziehungsweise Ölergänzung sind in Maßen sinnvoll.

    Fazit

    So bleibt festzuhalten, dass das Pferd von Natur aus ein Raufutterfresser ist. Die Rationsplanung darf also immer nur auf Basis einer ausreichenden Menge an kaufähigem Raufutter (mindestens 4-7 cm Halmlänge) ausgerichtet sein. Bei einem entsprechenden Energiebedarf ist eine Getreide- oder Ergänzungsfuttergabe sinnvoll. Das Marktangebot an getreidefreien Futtermitteln ist umfangreich. So kann es für kranke Pferde notwendig sein, auf eine Stärke- oder auch Zuckersupplementierung zu verzichten (dazu können auch Zucker wie Fruktane aus Gras gehören). Pferde mit intaktem Verdauungssystem sind durch den differenziert aufgebauten Verdauungskanal aber durchaus in der Lage Getreide und getreidehaltige Ergänzungsfutter zu verwerten.

    Experte und Autor dieses Fachartikels ist Prof. Dr. Dirk Winter – Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geißlingen

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  • Gutes Stallklima, gesunde Pferde

    Gutes Stallklima, gesunde Pferde

    [vc_row][vc_column][vc_column_text]Gutes Stallklima folgt dem Außenklima. Am leichtesten ist dies durch eine angepasste Planung und Bauweise zu erreichen. In Bestandsgebäuden können auch kleine Umbauten viel dazu beitragen, das Stallklima zu verbessern. Die Hauptrollen spielen dabei immer Licht und frische Luft.

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    Pferdebetriebsleiter können das Klima in ihrer Region nicht verändern, dessen Auswirkungen aber nutzen, ein Stück weit beeinflussen und so zur Gesundheit der Pferde beitragen. Prinzipiell brauchen Pferde viel Luft und Licht, um sich wohlzufühlen und gesund zu bleiben.

    Sonnenlicht ist dabei stets vorzuziehen. Es wirkt sich unter anderem positiv auf Verhalten, Immunsystem und Stoffwechsel aus. Die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzaspekten geben an, dass sich Pferde täglich im natürlichen Licht aufhalten sollten. Zum Beispiel auf Ausläufen, Paddocks oder der Koppel. Als weiteren Richtwert geben die Leitlinien an, dass im Pferdestall 80 Lux im Tierbereich für acht Stunden täglich gegeben sein müssen.

    Licht

    Stallbauer sind sich einig: Je mehr Fenster vorhanden sind und je offener das Gebäude ist, umso besser. Matthias Schlosser vom gleichnamigen Unternehmen und Sandra Manzke von Sulzberger raten zu Lichtbändern direkt unter dem Dach, einem Lichtfirst und möglichst vielen Fenstern in den Seitenwänden. Klaus Hartmeyer von Sonntag Stallbau ergänzt: „Die Fensterfläche im Verhältnis zur Gesamtgrundfläche sollte etwa 1:15 sein. Pro Pferd mindestens 1 m² und größer.“ Paul Preuß von GROHA spricht davon, ein Minimum von etwa 20 Prozent der verfügbaren Fläche für Fenster bzw. Öffnungen einzuplanen.  Unterstützend nutzt Viebrockreithallen das VR-Beleuchtungskonzept. André Richter erklärt: „Unsere ViLights sind augenschonend und wirken durch ihre warme Lichtfarbe unter 5.000 Kelvin beruhigend.“

     

    Gute Luft

    Schadgase im Pferdestall können unter anderem Erkrankungen der Atemwege verursachen – aber auch Strahlfäule o. Ä. können Folgen sein. Bei ungenügender Lüftung steigt zum Beispiel die Kohlendioxidkonzentration (CO2) und durch schlechtes Mistmanagement kann unter anderem Ammoniak (NH3) entstehen, das Atemwege und Hufe schädigt. Eine subjektiv wahrnehmbare Konzentration von NH3 im Stallbereich ist ein Hinweis darauf, dass diese zu hoch ist. Achtung! Wird Schwefelwasserstoff (H2S) nachgewiesen, ist das ein Hinweis auf extrem unhygienische Zustände. Aktuelle Richtwerte zeigt die Tabelle:

    Neben der Stallhygiene trägt eine gute Belüftung erheblich dazu bei, Schadgase, Staub und Keime zu reduzieren. Für einen ausreichenden Luftaustausch ist laut Leitlinien eine Luftgeschwindigkeit von mindestens 0,2 m/s notwendig. Zug gilt es zu vermeiden, eine gesunde Luftbewegung tritt – im Gegensatz zum Luftzug – immer großflächig auf den Pferdekörper. Ausschlaggebend ist dabei die Bauweise des Stalls.

    Die öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Pferdehaltung, -zucht und –sport Dr. Christiane Müller gibt zu bedenken: „Ein begrenztes Luftvolumen schränkt das Leistungsvermögen der Atmungssysteme ein. Großes Luftvolumen im Stall kann beispielsweise durch die Deckenhöhe beeinflusst werden.“ Matthias Schlosser schließt sich an und hält fest: „Je hoher das Stallgebäude umso besser fürs Klima, so befindet sich weniger verbrauchte Luft im Raum. Entsprechend sollte man das Volumen möglichst vorab größer wählen.“ Stallbauer von Schlosser oder GROHA sprechen in diesem Zusammenhang von der natürlichen Kaminwirkung. Paul Preuß erklärt: „Zur Be- und Entlüftung des Stalls nutzen wir die Thermik im Stallgebäude. Dazu trägt auch die Neigung des Daches bei, mindestens 20 Grad finden wir ideal. Ebenso hilfreich ist die Spaceboard-Verschalung, die Luft durchlässt und sich direkt unter dem Dach befindet.“

    Windschutznetze

    Dominique Jeske von Huesker empfiehlt Windschutznetze und hält fest: „Windschutznetze tragen dazu bei, das Stallklima an die Außenklimabedingungen anzupassen. Sie ermöglichen eine Luftbewegung, ohne dass dabei Zugluft entsteht. Hierbei spielen die Windgeschwindigkeit, die Windrichtung, die Lage des Gebäudes, die Gebäudeform und die Größe der Zuluft- und Abluftöffnungen, sowie die Temperaturdifferenz zwischen dem Stall und der Umgebung, eine entscheidende Rolle.“ Stößt die natürliche Schwerkraftbelüftung an ihre Grenzen, so sind Zwangsbelüftungssysteme sinnvoll, diese können auch nachträglich angebracht werden. Ein Tipp von Paul Preuß: „Sind Stall und Reithalle in einem Gebäude untergebracht, ist es sehr wichtig, den Bereich dazwischen möglichst frei zu halten, um Luft und Licht zirkulieren zu lassen. In zu vielen Betrieben wird genau dieser Bereich oft vollgestellt.“

    Gesundes Maß an Luftfeuchtigkeit

    Die optimale Luftfeuchtigkeit im Stall hängt ebenfalls mit der Belüftung zusammen und beträgt Experten und Leitlinien zufolge zwischen 60 und 80 Prozent. Zu trockene Luft sorgt für mehr Staub, zu feuchte Luft bietet idealen Nährboden für Schimmel und Krankheitserreger. Diese wiederum können allergische Reaktionen, Hautirritationen, Reizungen der Augen oder Atemwegserkrankungen verursachen. Dominique Jeske erklärt: „Trocknen die Schleimhäute der Atemwege aus, so werden sie gereizt und das steigert die Infektionsanfälligkeit des Atemtraktes.“ Entsprechend wichtig ist es, die natürliche Luftbewegung von Anfang an einzuplanen, wie Matthias Schlosser unterstreicht. Zusätzlich zu größeren Öffnungen, spricht er Lamellenfenster an: „Sie lassen sich auch feinjustieren. Ganz schließen sollte man sie besser nicht. Sonst schlägt das Klima ins Negative um.“ Eine nachträgliche mechanische Beeinflussung kann über das VR-Fresh-Air-System von Viebrockreithallen erfolgen. „In Funktionsbereichen und Ställen versprüht das Gerät Wassermoleküle und dieser Nebel bindet den Feinstaub in der Luft. Das minimiert das Insektenaufkommen und sorgt für saubere Luft, klare Sicht, optimale Temperaturen und Luftfeuchtigkeit“, sagt André Richter. Zudem soll es Schadgase wie Ammoniak abbauen.

    Wohlfühltemperatur

    Unter natürlichen Bedingungen sind die meisten Pferde Profis der Thermoregulation. „Sie fühlen sich bei Temperaturen von minus sieben bis plus 25 Grad am wohlsten und zeigen hier auch ihre beste Leitungsbereitschaft.“, weiß Klaus Hartmeyer. Entsprechend schreiben die Leitlinien vor, dass die Stalltemperatur stets der Außentemperatur folgen soll. Das heißt gleichbleibende Temperaturen im Stall sind kontraproduktiv. Die Sachverständige Dr. Müller erklärt: „Das Pferd ist in der Lage fast jede Außentemperatur in seinem Toleranzbereich zu regulieren. Einzige Voraussetzung ist, dass es permanent die Möglichkeit hat, verschiedene Temperaturbereiche wahrnehmen zu können. Ein Pferd im geschlossenen Stall mit Wärmedämmung und Zwangsbelüftung hat diese Möglichkeit nicht, seine Thermoregulation wird außer Kraft gesetzt.“

    Generell bietet sich eine offene Bauweise mit Vollholz zur Dämmung an, um optimale Bedingungen zu schaffen. Einmischen sollten sich Betriebsleiter nur in Ausnahmen: Extremtemperaturen in überdurchschnittlich heißen Monaten können beispielsweise ein Problem werden. Klaus Hartmeyer berichtet: „Wie die letzten beiden Sommer gezeigt haben, kann bei besonders hohen Temperaturen auch ein Ventilator aus der Rinderhaltung gute Dienste tun.“ Sandra Manzke von Sulzberger stimmt zu: „Eine möglichst großflächige Belüftung des Stalls ist wichtig, notfalls mit Ventilatoren. Bei Hitze in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit wird es besonders problematisch, da Pferde ihre Temperatur dann nicht mehr über schwitzen regulieren können.“ Bei Viebrockreithallen werden nach André Richters Aussagen Ventilatoren in Abhängigkeit mit den Lüftungsklappen reguliert.

    Auf das Öffnen von Fenstern und Türen sollte der Betriebsleiter auch im Winter nicht verzichten und lediglich in Extremfallen eingreifen. Manzke empfiehlt: „Geschorene, alte oder kranke Tiere einzudecken ist sinnvoller, als den Stall selbst warm zu halten.“

    Wie man sie bettet…

    Die Einstreu in Boxen oder Liegehallen beeinflusst die Entwicklung von Schadgasen und je nach Staubgehalt wirkt sie sich auch auf die Atemwege und potenzielle Erkrankungen aus. Möglichst staubfrei und keimarm soll sie sein. Zudem von Vorteil sind eine gute Geruchsbindung und die Saugkraft der Einstreu. Dr. Müller fasst zusammen: „Ein Muss ist Einstreu, die Ammoniak bindet. Reine Gummiboden sind nie ausreichend als Untergrund und Bodenbeläge wie Sand muss man regelmäßig austauschen.“

    Die Hersteller von Einstreu und Bodenbelägen bieten eine Vielzahl an Optionen. Beispiele dafür sind die Strohvlies-Einstreu von Hippogold oder die Premium Ecostreu von Boxengold. Anja Hilgers von Boxengold beschreibt diese als reines Naturprodukt: „Die Fichtenholzfasern werden entrindet und in einem innovativen Verfahren thermisch behandelt und entstaubt. Untersuchungen zeigen, dass der Mist so pH-neutral und leichter zu entsorgen ist als herkömmliche Holzprodukte.“ Die Strohvlies-Einstreu von Hippogold ist hydrothermal aufgelöst – also durch Wasser und Hitze in Verbindung mit Druck thermisch entkeimt und neunfach entstaubt, wie Adrian Olah von Hippogold erklärt und betont: „Diese Technologie verleiht der Einstreu eine hohe Saugkraft und lässt den entstehenden Mist schneller verrotten.“ Monika Junius von Plocher beschreibt die ideale Einstreu folgendermaßen: „Ich empfehle staubfreie Matratzen-Einstreu, die Faulgas-Bildung verhindert. Meine Empfehlung für den Bodenbelag ist genügend Einstreu, die saugstark, kompostierbar, verformbar und rutschfest beim Hinlegen und Aufstehen ist.“ Auch Walter Heim von Ecora betont: „Gesunde Einstreu muss auf jeden Fall staubfrei sein. Entstaubte Späne, kurzgeschnittenes Stroh oder Gatterspähne verwende ich auch selbst.“

    Wichtige Routinen

    Neben den baulichen Voraussetzungen und der Einstreu hat dauerhaftes Lüften und eine angebrachte Stallhygiene die positivsten Auswirkungen: Dazu zählt tägliches Entmisten sowie die Pflege einzelner Bauteile – wie Paul Preuß vor allem für Holzkonstruktionen festhält. Großflächiges Lüften fordert die natürliche Thermoregulation der Pferde und lässt Schadgase und Gerüche entweichen; bei Regen ist es von Vorteil, wenn Türen und Fenster sowie Paddocks entsprechende Vordächer haben. Matthias Schlosser rät außerdem, neben der Witterung auch direkte Sonneneinstrahlung möglichst fernzuhalten.

    Ebenso gilt es, alltägliche Arbeitsschritte zu überdenken, worauf Dr. Müller hinweist: „Staub zu vermeiden, bedeutet auch, Heu und Stroh nicht vor der Pferdenase aufschütteln oder besser erst zu fegen, wenn die Pferde draußen sind und man die Stallgasse befeuchtet hat. Zudem sollte immer gut gelüftet werden.“ Klaus Hartmeyer merkt zur Stallhygiene auch an, Mistwagen und Kulis besser außerhalb des Stalls abzustellen. Neben der Instandhaltung und Reinigung ist Kontrolle stets relevant: Spürt man an einer Stelle unangenehmen Luftzug? Sind die Futterautomaten und Raufen trocken und staubfrei? Beim Rundgang durch den Stall sollten solche Dinge immer berücksichtigt werden.

    Böden im Außenbereich

    Im Außenbereich können Paddock- oder TTE-Platten für Auslauf- und Reitplatzbefestigungen sowie in Fressbereichen eine gute Wahl sein. Nicole Hübner von Hübner-Lee erklärt, dass diese auch nachträglich und mit einer geringen Ausgleichsschicht von 3 bis 5 cm direkt auf den Mutterboden verlegt werden können: „Das Verlegen des TTE-Systems ohne Unterbau funktioniert durch das horizontale und vertikale wirkende Verbundsystem der massiven Platten. Die Gitter können sogar auf einer ökologischen Holzelastikschicht verlegt werden. Diese ermöglicht ein gesundes, natürlich federndes Gehverhalten.“

    Im Außenbereich punkten Böden, die langlebig und auch maschinell gut zu entmisten sind. Ein Vorteil der TTE-Platten ist zudem, dass man sie je nach Nutzung individuell gestalten kann. Hübner erklärt: „Einige Optionen im Auslaufbereich sind Steine, Holz, Sand oder auch eine Waldbodenfüllung der Platten. Für maschinell zu entmistende Flächen und Futterbereiche bietet sich das TTE Pflaster-Grip an. Bei Bereichen in Hanglage oder für Kurven empfehle ich die neuen rutschfesten Gummisteine TTE Soft-Pave.“

    Stallklima aus tierärztlicher Sicht

    Das Stallklima wirkt primär auf die Atemwege. Die Pferdelunge ist ein echtes Hochleistungsorgan. Sie hat bei einem 500 kg schweren Pferd ein Volumen von 15 bis 20 Liter und kann bei starken Belastungen pro Minute bis zu 2.000 Liter Luft ventilieren. Bezüglich Erkrankungen ist dieses Organ empfindlich. Lungenerkrankungen sind neben Koliken und Lahmheiten einer der häufigsten Ursachen für – teils kostenintensive – tierärztliche Behandlungen. Aus einem Infekt kann sich bei schlechter Luftqualität, mangelnder Ruhe und Genesungszeit eine chronische Lungenerkrankung entwickeln. Die sogenannte Dämpfigkeit, früher als COB (chronisch obstruktive Bronchitis) bezeichnet, wird heute RAO (recurrent airway obstruction) genannt. Diese Bezeichnung legt nahe, dass die Erkrankung durchaus reversibel und behandelbar ist. Ein optimales Stallklima ist für die Besserung unabdinglich. Die Ursache der Erkrankung ist häufig eine viralbedingte Bronchitis, die sich durch eine sogenannte bakterielle Sekundärinfektion verschlimmert. Bei unzureichender Behandlung, genetischer Prädisposition (also familiärer Vorbelastung), einem schlechten Management und Stallklima kann ein vorerst harmloser bronchialer Infekt mit Husten chronisch werden. Dabei spielen vor allem Schimmelpilze im Heu und Stroh eine wichtige Rolle. Diese können durch allergische Reaktion des Lungengewebes die Erkrankung immer weiter aufrechterhalten und verschlimmern. Staub wirkt ähnlich. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit hohen Staub- und Schimmelpilzkonzentrationen wirkt sich negativ auf das Pferd aus. Tierärztin Dr. Saskia Walther (Uelzener Versicherungen)

    Fazit

    Grundsätzlich gilt in Bezug auf Stallklima und Baumethoden: Großzügiges Planen zahlt sich aus, denn mehr Volumen und offene Gebäude sorgen für besseres Klima. Die Bauweise gibt vieles vor, kleinere Verbesserungen sind aber auch im Nachgang möglich. Beispielsweise der Einbau von Bodenplatten und Fenstern, das Ergänzen von Windnetzen und Lüftungsschlitzen sowie die Verwendung von Ventilatoren. Immer vor der wichtigsten Leitlinie: Das Stallklima soll dem Außenklima folgen!

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  • Fit durch den Winter!

    Fit durch den Winter!

    Pferde wollen auch in der kalten Jahreszeit weiterbewegt und trainiert werden. Auch wenn die Koppelzeiten verkürzt Reitplätze aufgrund der Witterung gesperrt oder, Hallen überbelegt sind. Deshalb stellt sich die Frage nach ergänzendem Training. Hier sind Führanlagen, Laufbänder, Aquatrainer sowie Geräte mit Vibrationstechnik und Rüttelplatten interessante Angebote.

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    Im Winter sind Reiter und Pferde mit erschwerten Bedingungen konfrontiert: manche Reitplätze sind verschneit oder vereist, in der Reithalle ist deutlich mehr los und dennoch wollen die Pferde bewegt und trainiert werden. „Führanlagen und Laufbänder können gutes Reiten nie ersetzen, sind aber immer eine sinnvolle Trainingsergänzung.“, hält Michael Krieger von MS Horse ganz klar fest „Speziell in der kälteren Jahreszeit eignen sie sich, um das Pferd fürs Reiten vor- oder nachzubereiten. Wenn der Außenplatz im Winter nicht benutzt werden kann, ist es praktisch, auf Laufband oder Führanlage umzusteigen.“

    Bewegung in der Führanlage  

    Führanlagen bieten auch im Winter zusätzliche Bewegung und das sehr zeiteffizient. Je nach Kapazität können sechs bis zehn Pferd gleichzeitig bewegt werden. Foto: Röwer&Rüb
    Führanlagen bieten auch im Winter zusätzliche Bewegung und das sehr zeiteffizient. Foto: Röwer&Rüb

     

    Möglichst viele Pferde gleichzeitig in möglichst kurzer Zeit zu bewegen, funktioniert mit Führanlagen besonders effizient und arbeitswirtschaftlich. Im selben Zeitfenster gehen in der Anlage sechs bis acht, teils sogar zehn Pferde. Beate Lindauer von Uwe Kraft Reitsportgeräte & Metallbau nennt als Mehrwert der Führanlagen die ganzjährig verlässliche Bewegung, auch wenn der Koppelgang unmöglich ist: „Für die Einsteller ist das eine Entlastung, für die Betriebe ein attraktives Serviceangebot.“

    „In freier Wildbahn sind Pferde bis zu 16 Stunden täglich im entspannten Schritt-Tempo unterwegs. So legen sie teils bis zu 50 km zurück.“, weiß Lindauer. Das Bewegungsangebot ist heute geringer, die Ausgeglichenheit und Gesundheit der Pferde hängt aber weiterhin wesentlich von ausreichender Bewegung ab. Lindauer führt aus: „Neben dem Aufbau von Muskeln und Kondition reduziert sich die Stressbelastung erheblich. Eine verbesserte Durchblutung fördert ein gesundes Wachstum, die Stärkung des Bewegungsapparates, die Selbstreinigungskräfte der Atemwege sowie den gesamten Stoffwechsel. Sehnen, Bänder und Gelenke werden elastisch gehalten. Das beugt Verletzungen vor.“

    Worauf achten beim Bau?

    Entscheidende Fragen beim Bau einer Führanlage umfassen das Platzangebot und den Standort sowie die Option der Überdachung. Klaus Hartmeyer von Sonntag Stallbau gibt zu bedenken: „Für eine Führanlage mit Überdachung der Laufflächen oder mit Vollüberdachung benötigt man eine Baugenehmigung. Außerdem ist zu entscheiden, ob innen ein Longierzirkel entstehen soll.“ Zusätzlich nennt Lindauer neben der Frage nach dem Budget, die der Kapazität und der Form: oval oder rund.

    Für die Bodenbeläge in der Führanlage rät Lindauer zu einer Kombination aus betonierter Lauffläche und dem Kraft-Gummiboden: „Er ist speziell für die Führanlage konzipiert und bietet eine Mischung aus Trittsicherheit und Gleitfähigkeit. Zudem ist er äußerst pflegeleicht und einfach zu reinigen.“ Hartmeyer weist auf den Unterschied zwischen überdachten und nicht überdachten Flächen hin und nennt neben Naturboden auch Kunststoff, Gitterplatten mit unterschiedlichen Tretschichten, Gummibelag und Steinen aus Gummigranulat als mögliche Optionen. Letztlich ist die Wahl des Bodenbelages immer auch ein Kostenfaktor. Prinzipiell sollte er möglichst eben sein, darf nicht stauben und muss rutschfrei sein.

    Führanlage oder Laufband

    Laufband und Führanlage haben beide ihre Vorteile, aber wann ist welche Anschaffung die bessere Option? Lindauer nennt als wesentliche Entscheidungsfaktoren das Platzangebot, den Fokus beim Training, die Größe des Betriebs und auch die Frage danach, ob es möglich ist, eine Baugenehmigung zu erhalten. Auch Hartmeyer merkt bezüglich der Größe an: „Wenn der Durchmesser einer Führanlage unter 14 m liegt, sollte man über ein Laufband nachdenken.“ Neben den baulichen Voraussetzungen ist die Hauptfrage, welche Pferde auf dem Betrieb stehen und wie sie bewegt werden sollen. Michael Krieger blickt auf 20 Jahre Erfahrung mit Führanlagen und Laufbändern zurück und hält fest: „Springpferde werden auf das Freispringen eher in der Führanlage vorbereitet, Turnierpferde laufen vor allem auf dem Laufband.“

    Training auf dem Laufband

    Vorteile der Laufbänder sind insgesamt geringere Kosten und eine genau kontrollierte Bewegung. Das Laufband ermöglicht ein sehr gezieltes Training der Pferde. Sollen beispielsweise Hinterhand und Rücken gestärkt werden, empfiehlt Krieger das Bergauflaufen auf dem Band – steuerbar über die Hydraulik. So ermöglicht das Laufband ein individuell angepasstes Training. Auch Oliver Sandmann von Sascotec betont: „Das Laufband eignet sich als Trainingsgerät für gezielten Muskelaufbau. Zum einen ist die Steigung einstellbar und zum anderen laufen die Pferde geradeaus statt in der Kurve und können auch mal gefahrlos im Trab laufen.“

    aufbänder dienen dem gezielten Training bestimmter Muskelpartien. Im Winter sind sie auch für das Aufwärmen vor dem Ausritt ideal.
    Laufbänder dienen dem gezielten Training bestimmter Muskelpartien. Im Winter sind sie auch für das Aufwärmen vor dem Ausritt ideal. Foto: Sascotec

    Beim Bodenbelag rät Sandmann, darauf zu achten, dass dieser dynamisch und gedämpft ist. Ähnlich wie ein Automotor seien die Laufbänder von Sascotec entsprechend gepuffert und verfügen über eine durchgängige Platte. So sollen die Pferde gelenkschonend trainieren, ein stumpfes Treten wird laut Sandmann vermieden. Er verrät weiter: „Viele Kunden setzen auf Intervall-Training. Auf eine Aufwärmphase sollte dabei ein individuell angepasstes Intervallprogramm in Abstimmung mit der Pulsmessung folgen.“ Zurück auf der Geraden läuft sich das Pferd zurück zum Ruhepuls. Die Zeit, die es dafür benötigt, sollte sich im Rahmen eines gezielten Trainings langfristig verkürzen.

    Aquatrainer 

    Aquatrainer werden primär in der Reha nach Verletzungen oder Operationen genutzt. „Sie bieten sich im Wiederaufbau von Pferden an.“, betont Krieger. Der Wasserstand und die Geschwindigkeit lassen sich individuell einstellen. Zum Einstieg empfiehlt Sandmann: „Das Wasser sollte zunächst am besten bis auf Höhe der Kapillargelenke reichen. Die Pferde suchen sich immer den leichtesten Weg und nehmen entsprechend die Hufe aus dem Wasser und laufen darüber. Das will man bei der Bewegung im Aquatrainer auch meist erreichen, denn dieser Bewegungsablauf führt zu mehr Balance, Losgelassenheit und einer starken Konzentration.“ In späteren Phasen der Reha könne man dann mit dem Wasserstand und der Geschwindigkeit auch etwas spielen und variieren.

    Aquatrainer werden in erster Linie zu Reha-Zwecken eingesetzt. Geschwindigkeit und Wasserstand können je nach Genesungszustand eines verletzten Pferdes angepasst werden. Foto: Sascotec
    Aquatrainer werden in erster Linie zu Reha-Zwecken eingesetzt. Geschwindigkeit und Wasserstand können je nach Genesungszustand eines verletzten Pferdes angepasst werden. Foto: Sascotec

    Vibrationstechnik

    Auch Geräte mit Vibrationstechnik kommen vor allem im Bereich der Reha zum Einsatz. Sandmann erklärt: „Dürfen Pferde nicht bewegt werden, bieten sich Vibrationsplatten an, die durch ihre Bewegung die Muskeln zum Arbeiten bringen und eine Art Lymphdrainage erzeugen.“ Dürfen ein oder mehrere Beine zeitweise gar nicht bewegt werden, so sind Rüttelplatten und Vibrationsstationen interessant, die viergeteilt sind. „Beide Geräte bringen Bewegung in die Muskulatur. Die Muskeln kontrahieren im tieferen Muskelgewebe, was im Wiederaufbau wichtig ist.“, erklärt Krieger. Die Vierteilung der Vibrationsstationen ist praktisch, wenn das Pferd ein Bein komplett schonen muss. Dann stellt man die vierte Platte einfach ab und benutzt es für die anderen drei Beine zum Muskelerhalt. Das würde beispielsweise die Symptome von Elefantenbeinen abbauen oder sie verhindern.

    Außerdem sollen die Platten helfen, Koliken in einer frühen Phase zu verhindern, da sich durch die Vibration die Muskeln entspannen. Sandmann betont: „Wichtig ist dabei, sofort zu reagieren. Wenn die Kolik einsetzt, muss das Pferd auf die Platte – natürlich immer in Absprache mit dem Tierarzt. Etwa 30 bis 45 Minuten reichen im Normalfall.“ Um das Pferd dort so einfach abstellen und das Gerät anschalten zu können, sollte das Tier bereits vorab an die Rüttelplatte herangeführt und an die Vibration gewöhnt worden sein. Das kann auch im Rahmen einer prophylaktischen Anwendung sinnvoll sein. „Am besten einmal wöchentlich und direkt in den Alltag integriert an einem fixen Tag“, merkt Sandmann an. Den Massageeffekt und dessen prophylaktische Wirkung beschreibt auch Krieger und berichtet: „Pferde entspannen sich auf den Platten oder auch im Laufband mit Vibration. Zudem verteilen sich die Wirkstoffe verabreichter Medikamente durch die Vibration schneller im Körper. Das hängt mit der erhöhten Blutzirkulation zusammen, die auch unterstützend beim Abbau von Entzündungen wirkt.“

    Fazit

    Ob Laufband oder Führanlage, wichtig ist, dass die Pferde im Stall sich auch im Winter ausreichend und gezielt bewegen – im Sinne ihrer Gesundheit und im Sinne der Reiter. Welches Produkt die richtige Wahl ist, hängt stark von der Verfassung der Tiere und den Zielen der Besitzer für die Pferde ab.

    Autorin: Lisa Freudlsperger

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  • Pferdebetrieb Video: Lasergesteuert planieren mit Bassler

    Pferdebetrieb Video: Lasergesteuert planieren mit Bassler

    Im Herbst und Winter werden die Reithallen wieder intensiv genutzt. Für die Behandlung des beanspruchten Reitbodens bietet Bassler mit seinem Reitbahnplaner mit lasergesteuertem Planierschild ein Gerät, das mit seinen Planierzinken auch intensiv genutzten Boden ideal bearbeiten und nivellieren kann. Aber auch zur alltäglichen Pflege ist das Gerät bestens geeignet.

    Die Höhe der Planierschilder ist über Empfänger und Hydraulikzylinder verstellbar. Der Laser kann, muss aber nicht zum Einsatz kommen. Im Pferdebetrieb-Video auf Youtube zeigt Marcel Bassler den Lieferumfang sowie den Aufbau des Rotationslasers sowie die Montage am Gerät. Außerdem gibt er Tipps für die Verwendung des Bahnplaners mit und ohne Laser.

    www.bassler-waldhausen.de