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Foto: Das Bild gehört für dieses Jahr wieder der Vergangenheit an: einfach zu striegelndes kurzes Sommerfell. / © JürgenFaelchle/stock.adobe.com

Unterstützung beim Fellwechsel

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Und los geht’s wieder mit der länger dauernden Putzerei und den ewig umher fliegenden Haaren! Gefühlt ist der nächste Fellwechsel schon wieder da, bevor wir Reiter das Ende des vorherigen mitbekommen haben. Offiziell befinden sich Pferde zweimal im Jahr im Fellwechsel und nun steht wieder die Zeit an, in welcher sie ihren Winterpelz angelegen. Die Witterungsbedingungen ändern sich im Herbst und die Vierbeiner stellen sich rechtzeitig darauf ein.

Anlass für den Fellwechsel

Die Vermutung, dass Pferde den nahenden Winter spüren können und ihre Felldicke an das anstehende Wetter anpassen, liegt nahe. Entsprechend wird auch gerne versucht, aus dem Startzeitpunkt, der Dauer und der Intensität der Winterfellbildung abzuleiten, wie streng der bevorstehende Winter werden wird. Diese Annahme ist jedoch nicht korrekt. Der Wechsel des Fells wird von zwei Faktoren beeinflusst.

Den initialen Reiz zum Fellwechseln liefert die Länge der Tage. Über die Zirbeldrüse steuert das Tageslicht, bzw. wie lange es andauert, viele zeitabhängige Turnusse – beispielsweise auch das Fortpflanzungsgeschehen. Die Tageslichtstunden nehmen ab und so erhält der Körper das Signal, dass der Winter naht. Ebenso wird im Frühjahr der Wechsel zum Sommerfell ausgelöst, auch wenn zu dieser Zeit bei uns der Winter oft noch einmal eiskalt zurückkehrt.

Als zweiten einflussnehmenden Reiz reagieren Pferde auf Kälte. Dabei sind tatsächlich momentane Gegebenheiten ausschlaggebend und keine Vorahnung. Dadurch bilden eingedeckte Boxenpferde weniger dichtes Fell, als die nebenan stehenden Offenstallpferde ohne Decken.

Unterstützung durch Pflege

Lose Haare ausbürsten ist im Herbst – neben dem Entschlammen – der größten Anteil beim täglichen Putzen. / © NadineHaase/stock.adobe.com

Der Fellwechsel im Herbst unterscheidet sich von dem im Frühjahr. Das kurze Sommerfell wird in kurzer Zeit abgestoßen, kurze Winterhaare kommen nach und ersetzen es. Diese wachsen nach und nach länger, sodass sich zwei Schichten aus den dichten Unterhaaren und den langen Oberhaaren bilden. Die Pferde verlieren ihr Sommerfell relativ zügig, das Nachwachsen des Winterfells hingegen dauert. Oft ist der Winterpelz erst im Laufe des Dezembers vollständige ausgebildet.

Im Frühjahr hingegen braucht das Abhaaren seine Zeit – je nach Region teilweise bis zu vier Monate, oft auch mit Unterbrechungen. Zunächst verlieren die Pferde die langen Oberhaare, bevor die dichten Unterhaare nach und nach ausgehen. Das neue Fell kommt unter dem dicken Winterpelz direkt zum Vorschein und bleibt so bis zum nächsten Fellwechsel.

Das Ausgehen der Haare kann mit Fellkratzern unterschiedlicher Ausführung gut unterstützt werden. Am Rumpf finden Klingen mit kurzen Zähnen, die lose Haare aus dem Fellkleid ziehen, ihren Einsatz und mit Noppen besetzte Gummihelfer können im vorsichtig im Gesicht verwendet werden. Besondere Klingen helfen beim Auskämmen der Unterwolle und kommen auch durch verfilztes Fell – gerade an Vorderbrust, Ellenbogen und Unterbauch – durch. Bei der gesamten Pflege sollte darauf geachtet werden, dass keine Nässe von außen ins Fell gebracht wird. Nasses Fell sollte nicht glatt gebürstet werden, sondern zunächst mit einem Schweißmesser abgezogen und anschließend aufgebürstet werden, sodass es locker liegt und leichter trocknet. Hauptsächlich gilt es, den Kopf sowie Sattel- und Gurtlage zu reinigen. Anderweitig verschmutze Bereiche können hingegen getrost ignoriert werden, bis sie abgetrocknet sind. Danach ist die Reinigung um einiges einfacher.

Gutes Futter für leichten Fellwechsel

Die Produktion von einigen hundert Gramm Fell kostet die Pferde Energie und kann gut durch Zugabe von Futtermitteln unterstützt werden. Hauptsächlich benötigen die Vierbeiner hochwertige Proteine zur Neubildung ihres Winterfells. Ergänze daher das Kraftfutter um Proteine oder auch Öle in hoher Qualität. Die wasserabweisenden Eigenschaften des Fells werden durch den zusätzlichen Schutzfilm, den die Öle bilden, noch verbessert.

Orientierung bei der zusätzlichen Futtermittelgabe bietet der tägliche Bedarf des Pferdes, der nicht überschritten werden darf. Bei der Gabe von Öl sollte eine allmähliche Steigerung von esslöffelgroßer Menge bis hin zu 100-200ml erfolgen, damit das Pferd keinen Durchfall bekommt. Als zusätzliches Futtermittel eignen sich Leinsaaten und Futteröle – gerne auch kalt gepresste, qualitativhochwertige aus dem Lebensmittelgeschäft. Diese liefern Baustoffen für den Fellschutzfilm und zudem noch Energie. Auch Bierhefe unterstützt in der Fellwechselzeit gut, da den Pferden darüber hochwertige Aminosäuren zugeführt werden.

Für den Wechsel auf das Winterfell kann bereits ab August für zwei bis drei Monate die Futterration entsprechend ergänzt werden. Im Frühjahr ist eine Zugabe der unterstützenden Futtermittel ab Mitte Februar für einen kürzeren Zeitraum empfohlen. Je nach regionalen Witterungsbedingungen unterscheidet sich der Zeitraum ebenso wie sich die Menge je nach Pferd und seinem Bedarf ändert.

Horse-Gate/ACG

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