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DM Verden: Neuss-Grimlinghausen holt Team-Gold

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Verden (fn-press). Die Meister der 55. Deutschen Voltigier-Meisterschaften stehen fest. In vier packenden Finals setzten sich in der Niedersachsenhalle in Verden der RSV Neuss-Grimlinghausen (Rheinland), Sarah Kay (Münster), Jannis Drewell (Gütersloh) sowie Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) durch.

Ein Schlagabtausch auf allerhöchstem Niveau lieferten sich die beiden favorisierten Teams aus dem Rheinland auch im finalen Kürumlauf. Das Team NORKA des Voltigiervereins Köln-Dünnwald legte mit Danny Boy und Longenführer Patric Looser als vorletzter Starter vor. Dabei kamen die amtierenden Europameister nahezu fehlerfrei durch ihr anspruchsvolles Kürprogramm. Die Quittung kam in Form der Wertungsnoten: Sowohl bei der ehemaligen Bundestrainerin Helma Schwarzmann als auch bei Dr. Christian Peiler erhielten die Titelverteidiger die Höchstnote 10,0 in der Gestaltung. Das bedeutete 9,361 Punkte für die Kür sowie 8,616 im Gesamtergebnis. Im Anschluss liefen die Führenden vom RSV Neuss-Grimlinghausen mit ihrer Hannoveraner-Stute Delia FRH in der Niedersachsenhalle ein. Die Europameister von 2015 konnten auch in ihrer neuen (und extrem jungen) Besetzung begeistern – und toppten das Resultat der Kölner noch einmal hauchdünn. 9,39 Punkte für die Kür bedeuteten den Tagessieg sowie die Meisterschaft, die der Mannschaft von Trainerin und Longenführerin Elisabeth Simon mit 8,767 Punkten nicht zu nehmen war. Damit standen die Neusser am Ende der drei Wettkampftage in der niedersächsischen Pferdestadt wieder auf dem Podestplatz, auf den sie im vergangenen Jahrzehnt quasi ein Abonnement hatten. Von 2006 bis 2015 hieß der (Serien-)Sieger immer Neuss-Grimlinghausen. Im Vorjahr, als die Athleten vom Nixhof aufgrund einer verletzungsbedingten Pause von Delia FRH nicht angetreten waren, hatte sich Köln-Dünnwald den Sieg gesichert.

Platz drei der Auflage 2017 in Verden ging nach Bayern. Die Mannschaft Ingelsberg, die im Vorjahr bei der WM in Le Mans Silber gewonnen hatte, turnte ebenfalls in neuer Besetzung und kam mit Voltigiermeister Alexander Hartl und Holt's Romeo auf 8,039 Punkte in der Endabrechnung. Rang vier ging an die frisch gekürten Junioren-Weltmeister vom RV Nordheim (7,824) aus Baden-Württemberg, gefolgt vom Gut Stuckum (Weser-Ems/7,485) und Timeloh-Hof (Hannover/7,478).
Bei den Herren machte Jannis Drewell seinen dritten Titel hintereinander perfekt. Der 26-jährige Sportsoldat freute sich zum Abschluss der nationalen Titelkämpfe noch einmal über eine nahezu perfekte Kür, die vom sechsköpfigen Richtergremium mit 9,1 Punkten sowie dem Tagessieg belohnt wurde. Gemeinsam mit dem 19-jährigen Hannoveraner-Wallach Diabolus – der am Vortag vom Hannoveraner Verband für seine Erfolge der vergangenen Jahre geehrt wurde – sowie Mutter Simone Drewell an der Longe kam der amtierende Weltcup-Sieger vom PSV Steinhagen-Brockhagen-Hollen auf insgesamt 8,653 Punkte und konnte wie schon in den vergangenen beiden Jahren Gold entgegennehmen. Der Vize-Europameister rangierte in der Endabrechnung mit deutlichem Abstand vor Europameister Erik Oese aus Radebeul. Der 29-jährige Gymnasiallehrer voltigierte mit seinem Ersatzpferd Giovanni, longiert von Katja Wagner, zu 8,435 Zählern. Den spannenden Wettstreit um die Bronzemedaille entschied Jannik Heiland vom Landesverband Hamburg für sich. Der Deutsche Meister von 2012 zeigte die zweitbeste Kür des Tages (8,77) und schob sich damit mit 8,14 Punkten auf das Podest vor. Knapp geschlagen waren am Ende Julian Wilfling (Bayern/8,072), Miro Rengel (Rheinland/8,054) und Viktor Brüsewitz (Hamburg/8,001). CHIO-Aachen-Sieger Thomas Brüsewitz beendete die DM für den Landesverband Hannover auf Platz sieben (7,92).

Bei den Damen sorgte Sarah Kay für eine kleine Überraschung. Die 24-jährige in Münster lebende und studierende Schleswig-Holsteinerin vom Pferdesportverein Haus Getter, die bei der EM im österreichischen Ebreichsdorf Anfang August sensationell Silber gewonnen hatte, präsentierte zum Abschluss des Turniers die schwierigste und am besten ausgeführte Kür. Dafür kassierte Kay mit ihrem Pferd Sir Valentin und Dr. Dina Menke an der Longe 9,183 Punkte, womit sie in der Endabrechnung auf 8,596 Zähler in der Meisterschaftswertung kam. Mit diesem Resultat sicherte sich die Bundeskader-Athletin ihren zweiten DM-Titel ihrer Karriere. Beeindruckend ist dabei ihr Durchhaltevermögen auf diesem hohen Niveau, denn zuletzt hatte sie 2011 bei den Titelkämpfen in Elmshorn triumphiert. Nachdem sich Kay zwischen 2013 und 2016 nicht für das jeweilige Championat qualifizieren konnte, stand sie nun Anfang August erstmals wieder im Aufgebot von Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg. Mit dem Endstand in Verden ließ Kay, die als letzte Teilnehmerin der Damenkonkurrenz eingelaufen war, diesmal sogar die amtierende Europameisterin und Vorjahres-Siegerin Kristina Boe hinter sich und meldete sich damit wohl engültig an der nationalen sowie internatioanel Spitze zurück. Eine kleine Enttäuschung gab es hingegen für Boe. Die Hamburgerin vom Reit- und Fahrverein Kirchwärder war mit ihrem Pferd Don de la Mar und Longenführerin Winnie Schlüter als Führende nach den ersten drei Umläufen in den Verdener Zirkel eingelaufen. Doch in ihrer heutigen Kür patzte die Unfallchirurgin das eine oder andere Mal zu viel und verbuchte auch bei ihrem freien Radabgang eine unfreiwillige Bodenberührung mit dem Knie. Damit kam die Zweite des diesjährigen Weltcup-Finals auf die drittbesten Kürnote des Tages und insgesamt zu 8,543 Punkten. Mit der zweitbesten Kür des Umlaufs (8,961) untermauerte Corinna Knauf vom VV Köln-Dünnwald ihren dritten Platz (8,467). Die Deutsche Meisterin von 2013 bis 2015 turnte auf ihrer Stute Fabiola W, longiert von ihrer Schwester Alexandra Knauf. Mit deutlichem Abstand beendete Janika Derks vom RSV Neuss-Grimlinghausen die nationalen Titelkämpfe auf Platz vier. Die Vorjahres-Zweite und diesjährige CHIO-Siegerin kam mit DM-Neuling Carusso Hit, longiert von Jessica Lichtenberg (die im Rahmen der DM mit dem Titel „Voltigiermeisterin“ ausgezeichnet wurde), auf 8,142 Punkte in der Totalen. Regina Burgmayr vom VV Ingelsberg beendete die DM auf Platz fünf (8,107), gefolgt von Chiara Congia (Rheinland/7,985), Nathalie Döhnert (Westfalen/7,756) und Julia Sophie Wagner (Sachsen/7,752).

Im Pas-de-Deux fügte der NORKA-Athlet Torben Jacobs seiner beeindruckenden Karriere-Chronik einen weiteren Meilenstein hinzu. Der 25-jährige Medizinstudent vom VV Köln-Dünnwald siegte wie schon im Vorjahr mit seiner Partnerin Theresa-Sophie Bresch (25). Das Duo aus dem Rheinland ließ auch im zweiten Durchgang keine Zweifel an den Titelambitionen aufkommen und fügte der Meisterschaftswertung 8,844 Punkte hinzu. Damit kamen die Titelverteidiger mit ihrem Pferd Picardo und Longenführerin Alexandra Knauf auf 8,617 Punkte. Platz zwei in der Tageswertung (8,502) sowie Silber im Gesamtranking ging wie schon 2016 an die Westfalen Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes mit ihrem Pferd Caram OE und Longenführerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels. Die Bronzemedaillengewinner der diesjährigen EM beendeten das Turnier mit 8,129 Zählern und verwiesen die Hamburger Annika Espenschied und Malte Möller damit klar auf Rang drei (7,493). Die Norddeutschen voltigierten auf Behrendts Bonito, vorgestellt von Sabrina Feldhusen. Für Torben Jacobs war es bereits der fünfte Sieg bei einem Pas-de-Deux-Wettbewerb auf Deutschen Meisterschaften. Im Jahr 2011 hatte er schon einmal mit Bresch gesiegt, 2014 und 2015 mit sicherte er sich den Triumph zusammen mit Pia Engelberty, die im Vorjahr ihre Karriere beendet hatte.


Source: Presseservice Kerstan / Turniernews

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