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EM/U18-WM Ebreichsdorf: Fünf Medaillen – Gold für Nordheim

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Ebreichsdorf (fn-press). Am vierten Tag des Doppel-Championats (EM der Senioren / WM der Junioren) im österreichischen Ebreichsdorf standen die Entscheidungen bei den Junioren an. Medaillen-Bilanz aus schwarz-rot-goldener Sicht: Gold für Nordheim, Silber für Franziska Peitzmeier, Ronja Kähler und Julian Kögl sowie Gregor Klehe, Bronze für Philipp Stippel. Damit holt Deutschland die meisten Medaillen bei diesem U18-Championat. Das Team NORKA des Voltigiervereins Köln-Dünnwald konnte derweil mit einem Kürsieg vom dritten auf den zweiten Platz klettern. Bei den Einzelvoltigierern deklassierten Kristina Boe (Hamburg) und Jannis Drewell (Gütersloh) die Konkurrenz. Boe liegt damit auf Goldkurs, Drewell brachte sich überraschend wieder in Medaillen-Position.

Bei der ersten Medaillenentscheidung des Tages konnte die deutsche Equipe von Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg im Kampf um das begehrte Edelmetall eingreifen. Ronja Köhler (14, Stahnsdorf) und Julian Kögl (16, Blankenfelde) vom Landesverband Berlin-Brandenburg, die im bayrischen Ingelsberg trainieren, zeigten im Ebreichsdorfer Zirkel auf ihrem neunjährigen niederländischen Wallach Daytona – longiert von Lars Hansen – erneut eine hervorragende Runde, die vom achtköpfigen Richtergremium mit 7,801 Punkten belohnt wurde. Damit rangieren die Deutschen in der Endabrechnung bei 7,824 Punkten und gewinnen Silber. Besser war am heutigen Tag und auch im Gesamtklassement nur das österreichische Duo Anna Krippl und Viktoria Feldhofer, das das globale U18-Championat mit 7,938 Punkten abschloss. Mit dem zweiten Platz in der Tageswertung (7,881) konnten sich Philine Lindhorst (15, Hamburg) und Katharina von Eynern (14, Bad Bevensen) mit ihrem 15-jährigen Rockard – longiert von Winnie Schlüter – noch vom fünften Platz aus dem ersten Durchgang auf Platz vier (7,708) vorschieben. Die Hamburger, die in diesem Jahr die CVIs in Ermelo und Krumke sowie den Preis der Besten gewonnen hatten, mussten den Amerikanerinnen Janie Salisbury und Bridget Kiernan (7,75) knapp den Bronze-Vortritt lassen.

Ebenfalls Silber gab es im Finale der Damen. Franziska Peitzmeier aus Langenberg präsentierte in der vierten Runde der WM noch einmal eine hervorragende Kür, mit der sie in der Endabrechnung auf 7,91 Punkte kam. Lediglich die Österreicherin Nicole Brabec, die die letzte Kür deutlich gewann, rangierte mit 7,99 Zählern in der Turnierwertung vor Peitzmeier und freute sich nach Rang vier bei der EM im Vorjahr nun über Gold. Peitzmeier unterstrich damit einmal mehr ihre Zuverlässigkeit und war wie schon 2015 und 2016 auf den Punkt fit zum Jahreshöhepunkt: Die Westfälin holte bei ihrer dritten Championatsteilnahme mit ihrem Pferd Dorian Gray und Anna Brinkmann an der Longe bereits zum dritten mal Silber. Die Schwedin Johanna Lindberg komplettierte das Podest mit 7,831 Punkten und Bronze, gefolgt von Österreichs Lena Birkenau (7,694). Nach einer beeindruckenden Aufholjagd schloss Mara Xander aus Nordheim die U18-WM auf Platz fünf ab. Die 16-jährige amtierende Europameisterin war mit dem 16-jährigen Rheinländer Luigi und Longenführerin Andrea Blatz nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Abstimmung mit Platz neun in das Turnier gestartet und verbesserte sich nach der ersten Kür zwischenzeitlich auf Rang sieben. Am Finaltag machte sie dann zwei weitere Plätze gut. Hannah Steverding aus Herxheim und ihre Longenführerin Alexandra Dietrich musste heute einen Rückschlag einstecken. Ihr Pferd Celebration parierte während der Kür kurzzeitig durch. Die 18-jährige EM-Bronzemedaillengewinnerin des Vorjahres konnte zwar einen Sturz verhindern, fiel aber von Platz fünf des ersten Durchgangs auf Rang sieben zurück.

Bei den Herren war das Podest am Ende mit zwei Vertretern auf dem GER-Lager gut besetzt: Gregor Klehe aus Ingelsberg holte Silber, Philipp Stippel aus Münster Bronze. Klehe, der gestern die Pflicht gewann, reichte für das Edelmetall die drittbeste Kür des Tages (8,253), womit er insgesamt mit seinem Pferd Adlon und Longenführer Alexander Hartl auf 7,945 Punkte kam. Der 17-jährige Stippel beendete sein erstes Championat mi Sir Valentin und Longenführerin Dina Menke mit der zweitbesten Kür (8,295 / gesamt: 7,817) und somit Bronze. Der 15-jährige Jannik Liersch aus Planegg komplettierte das hervorragende deutsche Ergebnis mit Platz vier (7,755). Seinen WM-Titel aus dem Jahr 2015 verteidigen konnte der 17-jährige Juan Martin Clavijo. Der Kolumbianer ließ heute mit einer Wertnote von 8,859 keine Zweifel an seiner Dominanz. Der Südamerikaner, der es im vergangenen jahr bereits bei der Senioren-WM in die Top-Ten schaffte, beendete die WM mit drei von vier Tagessiegen und 8,181 Punkten.

Das ersehnte Gold für Deutschland gab es schließlich in der letzten Junioren-Disziplin des Tages, dem Teamwettbewerb. In dieser Königsdisziplin ließen die jungen Baden-Württembergerinnen vom RV Nordheim mit ihrer Samba-Choreografie nichts mehr anbrennen. Herauragende 8,544 Punkte bedeuteten den klaren Gesamtsieg. Deutschland gewann mit 8,13 Zählern – und damit mit 0,551 Punkten Vorsprung vor Österreich (7,579), der Schweiz (7,555) und Italien (7,258). Damit konnte sich die Truppe von Trainerin Andrea Blatz im Vergleich zur ersten Kürrunde (8,488) sogar noch einmal steigern. Die Preis-der-Besten-Sieger, die in diesem Jahr alle CVIs gewannen, bei denen sie antragen, fielen sich nach dem Auslauf in die Arme. Einen fantastischen Job hatte auch der zehnjährigen Oldenburger Humphrey Bogart gemacht, der Solveig Blankenhorn, Melanie Eger, Lara Häussermann, Anne Schlumbohm, Mara Xander und Charlene Zweininger souverän zum Titel galoppierte. Der Triumph ist zum Einen der größte Erfolg der Nordheimer Vereinsgeschichte. Zum Anderen beenden die Süddeutschen damit auch eine kleine Serie. In den vergangenen drei Jahren hatte bei den Championaten zweimal Österreich und einmal die Schweiz triumphiert – nun erklomm erstmals wieder Deutschland den Thron und sicherte sich seinen allerersten U18-Weltmeistertitel in der Geschichte des Voltigiersports.

Bei den Senioren, die morgen ihre vier Finals im Pferdesportpark Magna Racino austragen, gab es Licht und Schatten aus deutscher Sicht. Herausragend: Kristina Boe gewann aud dem Rücken von Don de la Mar mit 8,206 Punkten und fast sieben zehntel Abstand das Technikprogramm. Der 29-jährigen Unfallchirurgin, die bereits in der Kür die Konkurrenz deutlich hinter sich ließ, ist ihrem Ziel des EM-Titels damit ein riesigen Schritt näher gekommen. Sarah Kay holte Platz drei im Technikprogramm und ist ebefalls auf Medaillenkurs. Janika Derks aus Neuss musste ihren Start zum Wohl des Pferdes Auxerre heute zurückziehen, der bei der morgendlichen Kontrolle nicht zu 100 Prozent fit war.

Bei den Herren voltigierte heute Jannis Drewell allen davon. Der Sportsoldat aus Gütersloh, der in den ersten beiden Umläufe nicht an sein gewohnt hohes Leistungsniveau kam, legte eine 8,193 vor. Daran kam die Konkurrenz nicht ansatzweise heran. Somit hat der amtierende Europameister, der die Medaillenhoffnungen eigentlich innerlich schon fast begraben musste, nun plötzlich wieder alle Chancen auf sein drittes Edelmetall bei seinem dritten Championat. In der Gesamtwertung führt weiterhin Erik Oese. Der 29-Jährige aus Radebeul kam heute auf Platz vier. Thomas Brüsewitz, der die Pflicht gewonnen hatte und nach der Kür auf Bronzekurs lag, unterlief ein grober Fehler beim Technikelement Umspringen aus dem Knien in das Rückwärtsstehen. Ergebnis: Rang elf im Technik, weshalb eine Medaille für den 23-Jährigen nur noch mit einer enormen Aufholjagd funktionieren würde.

Zum Abschluss eines langen Turniertages konnte schließlich das Team NORKA des VV Köln-Dünnwald überzeugen. Die Gruppe von Longenführer Patric Looser gewann auf Danny Boy mit 8,977 Punkten die Kür und schob sich von Platz drei auf zwei vor. Vor der morgigen Finalkür führt aktuell die Schweiz (8,34) vor Köln (8,233) und Österreich (8,132).

Das Championat in Ebreichsdorf geht am morgigen Sonntag in die fünfte und abschließende Runde. Dann stehen alle Medaillen-Entscheidungen bei den Senioren auf dem Programm. Ab 8.30 Uhr tragen die Damen ihr Kürfinale aus. Die Herren folgen um 10 Uhr. Im Pas-de-Deux werden die Medaillen ab 11.15 Uhr vergeben. Den krönenden Abschluss machen die Teams mit ihren finalen Kürdarbietungen ab 12.45 Uhr. FN/Daniel Kaiser


Source: Presseservice Kerstan / Turniernews

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