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ZU BESUCH BEI MOUNTAIN HORSE – Wie entsteht Reitsportmode?

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Wie gehen Modedesigner im Reitsport vor, wenn sie eine neue Kollektion entwerfen? Wir haben die schwedische Firma Mountain Horse besucht und gefragt, von was sich ihre Designer inspirieren lassen.

Text & Fotos: SABINE WIENCIRZ

Drei Typen Frau

Grundsätzlich steht die Mode von Mountain Horse für funktionelles Reitsportequipment, aber immer mit einem modischen Touch. „Man muss damit auch zum Einkaufen gehen können“, erklärt Karin. „Die Schnitte müssen sitzen, die Farben in die Gesamtkollektion, zum aktuellen Trend, aber auch in den Stall passen und der Komfort beim Reiten darf nicht eingeschränkt werden. Wir haben immer drei Frauentypen vor Augen: erstens die Jugendliche. Hier arbeiten wir mit einem coolen Look, mit großen Aufdrucken und Buttons. Für die modebewussten Frauen sind die Stücke mehr lady-like, also eleganter, klassischer. Und wenn wir den sportlichen Typ vor Augen haben, werden die Teile funktioneller, praktischer.“ Zusätzlich gibt es die Unisex-Linie, die weiter geschnitten ist, und die Slim-fit-Linie, die die Taille betont. „Doch alle sollen der Silhouette schmeicheln“, ist Karin wichtig. Interessant ist, dass sich auch die Vorlieben je nach Land unterscheiden: „Wir verkaufen viel nach Amerika. Hier sind die technischen und funktionellen Details wichtig. In Deutschland wird mehr auf den Schnitt geachtet und hier in Skandinavien bevorzugen wir eher die klassischen Farben“, weiß Karin. „Ich beobachte aber, dass es sich mehr und mehr angleicht.“ Bis man das fertige Produkt in den Händen hält, sind viele Einzelschritte erforderlich. Wir wollten von Karin wissen, wie eine Kollektion entsteht, welche Schritte dazu gehören und wovon sie sich inspirieren lässt.

Längst hat moderne Technik die handgefertigten Skizzen verdrängt. Gezeichnet wird auf dem drawing board.

 

Die endgültige Auswahl der Details erfolgt anhand von Mustern. Stimmt ein Detail nicht, passt auch das Gesamtbild nicht.
Die Einzelstücke einer Kollektion müssen farblich zusammenpassen. Hier ist ein geschultes Auge gefragt.

Inspiration …

… finden die Designer in speziellen Fachmagazinen, auf Trendseminaren im In- und Ausland, auf Messen, im Internet und – es klingt nach Klischee, ist aber so – auf der Straße und in den großen Städten im In- und Ausland. „Fühl den Puls der Stadt und du kriegst eine gute Idee, was du tun möchtest“, beschreibt es Karin. Aus all diesen Puzzleteilen ergibt sich ein Bild im Kopf. Karin und ihr Team halten es in einer Kollage aus Foto- und Zeitungsausschnitten fest.

Entscheidungen …

… werden immer im Team getroffen – nach jedem einzelnen Schritt. Was hat sich letztes Jahr gut verkauft, welche Ideen werden aufgegriffen, welche Farbe, welcher Schnitt? Alle müssen hinter der Kollektion stehen.

Design …

… wird heutzutage am Computer entwickelt. Karin und ihre Kollegen zeichnen auf einem drawing board. Natürlich bietet das Programm gewisse Designvorlagen, doch oft fangen sie absichtlich bei null an. „Das ist kreativer. Wir müssen dann alles bis ins Detail neu überlegen, jede Tasche, jeden Knopf, jeden Button“, erläutert Karin. Es soll alles wirklich nach Reiterstyle aussehen und auch die einen oder anderen Pferdedetails enthalten.

Produktionsstätten …

… zu finden, die die Designwünsche exakt und qualitativ hochwertig umsetzen, ist eine Sache für sich – gerade wenn es zusätzlich auch auf die funktionellen Details ankommt. Die Anbieter müssen Zertifikate schicken oder Mountain Horse lässt selbst testen. Gerade beim Pilling-Effekt, bei wasser- oder windabweisenden Materialien und der Atmungsaktivität müssen die Eigenschaften belegt werden. „Die Materialien dürfen auch nicht zu laut knistern, wegen der Pferde“, sagt Karin. Das meiste wird in China produziert, einige Sachen auch in Europa und Indien.

Spezifikationen…

… wie das Beschreiben des Materials aller Einzelbestandteile, der Platzierung von Nähten oder Buttons schreibt Karin selbst. Sie müssen so exakt wie möglich sein, damit der Produzent nicht viel Interpretationsspielraum hat.

An der Puppe mit Standardmaß überprüft die Designerin die Musterstücke.
Buttons, Taschen, Zierbänder oder, wie hier, der Zipper am Reißverschluss – jedes Detail muss geplant werden.
Der Streifen mit verschiedenen Materialabschnitten verrät beim Waschtest, ob der Stoff abfärbt
Letzter Check am Musterstück – passt auch wirklich alles?
Stoffmuster im Entwurf und in echt – es muss alles stimmen.

Musterstücke…

… werden auf der Basis von Zeichnungen und der Spezifikation von allen Teilen gefertigt. „Es ist jedes Mal aufregend, wenn das Paket ankommt. Trotz aller beschriebenen Details ist es immer spannend, wie der Produzent es interpretiert hat.“ Karins Augen strahlen. Dann kontrolliert sie die Muster an einer Puppe mit Standardmaßen, aber auch an Modellen, und macht ihre Anmerkungen. Sie macht einen Waschtest, ob ein Stoff abfärbt auf Polyester, Baumwolle, Viskose etc. Manchmal fordert sie aber auch neue Muster an, wenn die Umsetzung nicht stimmt. Zu diesem Zeitpunkt kann das Stück immer noch aus der Kollektion genommen werden.

Verkaufsmuster …

… werden produziert, um sie dem Einzelhandel zu präsentierten, zum Beispiel auf der Handelsmesse spoga horse in Köln, und um sie an Testreiter zu geben, damit auch wirklich alles stimmt. Die Auftragslage, aber auch das Testurteil entscheiden schließlich darüber, ob das Stück in Produktion geht oder nicht. Manchmal werden noch Kleinigkeiten nachgebessert, doch nur in Ausnahmefällen. Dass Teile später nicht im Reitsportgeschäft hängen, kommt aufgrund der vielen Entscheidungsschritte zum Glück selten vor, freut sich Karin.

Eine detaillierte Beschreibung schützt vor Missverständnissen in der Produktion.
Damit aus verschiedenen Einzelteilen eine Kollektion wird, müssen die Stücke aufeinander abgestimmt sein.

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