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Wurmkur: Vorsorge ist die beste Behandlung

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Parasiten können Pferden das Leben schwer machen. Darum ist eine regelmäßige Kontrolle und der Einsatz von Wurmkuren sinnvoll. Wir haben mit Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna, Freie Universität Berlin / Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin, gesprochen und ihn gefragt, wie das Wurmkur-Management in einem Pferdebetrieb organisiert werden sollte.

 

Wie sollte in einem Pferdebetrieb das Wurmkur-Management organisiert werden?

Grundsätzlich sollte die Bekämpfung von Wurminfektionen bei Pferden systematisch geplant, fachkundig überwacht und koordiniert durchgeführt werden. Hierzu sollte ein Paket aus diagnostischen Untersuchungen, Hygienemaßnahmen (Stall- und Weidehygiene sowie Quarantänebehandlungen bei Neueinstallungen) und altersgruppen- beziehungsweise bestandsspezifischen Behandlungen zum Einsatz kommen.

 

Was ist bei Pferden zu beachten, die neu in einen Stall kommen?

Sie sollten mittels Kotproben auf mögliche Eiausscheidungen untersucht und im positiven Fall behandelt werden. Wichtig ist dabei, dass die Pferde erst auf die Weide gelassen werden, wenn der Erfolg der Behandlung durch eine erneute Kotprobenuntersuchung nachgewiesen ist.

 

Die Resistenzen von Würmern nehmen zu. Wie lassen sich solche Resistenzen vermeiden?

Als wichtigste Ursachen für die Entstehung von Wurmmittelresistenzen gelten hohe Behandlungsfrequenz und -intensität sowie Unterdosierungen. Dementsprechend sollte die Häufigkeit von Wurmbehandlungen möglichst niedrig sein, ohne dabei allerdings auf den erforderlichen Schutz vor Wurmerkrankungen zu verzichten. Die Ausbreitung von Resistenzen geschieht vermutlich vor allem durch den Standortwechsel von Pferden, die resistente Wurmpopulationen in sich tragen, in andere Betriebe. Daher ist die oben erwähnte Kontrolle beziehungsweise Behandlung bei Neueinstallungen so wichtig.

 

Ist selektive Entwurmung eine Möglichkeit, Resistenzen zu vermeiden?

Soweit ich weiß, gibt es hierzu bisher keine wissenschaftlichen Nachweise für die Anwendung bei Pferden, doch für die Anwendung bei kleinen Wiederkäuern ist das gezeigt worden. Es ist wahrscheinlich, dass auch bei Pferden die Behandlung von nur einem Teil der Tiere eines Bestands die Resistenzselektion deutlich vermindert. Die selektive Entwurmung darf allerdings ausschließlich bei erwachsenen, das heißt mindestens fünfjährigen Pferden angewendet werden. Diese werden grundsätzlich weniger oft entwurmt als Fohlen und Jährlinge. Dadurch ist der Effekt der selektiven Entwurmung auf die Entstehung von Wurmmittelresistenzen bei Pferden begrenzt.

 

Gibt es Unterschiede bei den Haltungsformen – Beispiel Offenstall versus Boxen?

Grundsätzlich sind Pferde, die keinen Weidegang haben, einem deutlich niedrigeren Infektionsrisiko ausgesetzt, zum Beispiel hinsichtlich großer und kleiner Strongyliden. Insofern hat diese Haltungsform aus parasitologischer Sicht Vorteile, allerdings widerspricht sie natürlich einer artgerechten Haltung und das Wurminfektionsrisiko ist gewiss kein Grund für reine Stallhaltung, da es ja geeignete und wirksame Bekämpfungsmaßnahmen gibt.

 

Welche Rolle spielen Aufzuchtbetriebe in der Entwicklung von Resistenzen?

Wie bereits gesagt, ist die Behandlung mit Wurmmitteln bei Fohlen und Jährlingen deutlich häufiger nötig als bei erwachsenen Pferden. Dies führt naturgemäß zu einem höheren Resistenzselektionsdruck und spiegelt sich entsprechend auch im häufigeren Auftreten resistenter Wurmpopulationen, zum Beispiel des Spulwurms, auf Gestüten wider.

 

Welche Unterschiede gibt es bei der Entwurmung von Stuten, Fohlen und Jährlingen?

Fohlen sollten während des ersten Lebensjahres in circa dreimonatigem Abstand entwurmt werden. Dabei sollte auf Bestandsebene durch wiederholte Kotprobenuntersuchungen geklärt werden, welche Würmer vorkommen und ob Wurmmittelresistenzen bestehen. Auch Jährlinge bedürfen einer intensiveren Wurmbekämpfung als erwachsene Pferde. Grundsätzlich sollten auch sie etwa vierteljährlich behandelt werden, wobei je nach Infektionssituation zum Beispiel auf die Behandlung in den Wintermonaten verzichtet werden kann. Stuten sollten – wie andere erwachsene Pferde auch – mindestens zweimal im Jahr entwurmt werden. Eine Entwurmung zum Abfohltermin – für die Vermeidung der über die Stutenmilch übertragenen Zwergfadenwurminfektionen bei Fohlen – ist nur dann zu empfehlen, wenn dieser Parasit beim betreffenden Bestand nachgewiesen wurde.

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