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Jahrhundertelange Erfolgsgeschichte

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Melasse in der Pferdefütterung: wertvoll und gesundheitsfördernd

Immer wieder geraten einzelne Futterkomponenten oder Inhaltsstoffe in den Fokus der Pferdehalter. Zumeist zu Unrecht wurden diese dann mit allerlei Erkrankungen in Verbindung gebracht. Waren es vor wenigen Jahren die noch angeblich zu hohen Eiweißgehalte oder der Hafer, der für Pferde schlecht geredet wurde und fälschlicherweise häufig mit Hufrehe und Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht wurde, so trifft es derzeit vor allem die Melasse. Wurden Futtermittel sonst zumeist über die Inhaltsstoffe beworben, wird derzeit häufig der umgekehrte Weg beschritten: Es wird betont, auf was verzichtet wird. Derzeit ganz weit vorne dabei ist die Melasse, es könnte schon von einer regelrechten Melasse-Hysterie gesprochen werden.

Aber wie konnte es soweit kommen und was ist Wahres daran, das aus dem einstmals hoch geschätzten, braunen „Wundersaft“ ein Reizwort geworden ist, das einige Pferdehalter fast panikartig zurückschrecken lässt? Die aktuelle Diskussion um EMS, ECS und Hufrehe hat die Melasse in Verruf gebracht. Eigentlich war es nicht die Melasse selbst, sondern der Blick fiel vor allem auf den vermeidlich hohen Zuckergehalt. Melasse ist ein Nebenprodukt der Zuckererzeugung. Aus ihr ist der Großteil des Zuckers herausgelöst und geht als sogenannter Kristallzucker vor allem in die Nahrungsmittelindustrie über. Von dort gelangt der Zucker in großen Mengen in Nahrungsmittel für Menschen und führt durch das häufige Überangebot zu gesundheitlichen Problemen. Dies erklärt vielleicht auch einen Teil der Hysterie.

Die bei der Zuckerproduktion übrig bleibende Melasse ist ein Naturprodukt. Sie ist reich an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Neben ihrem Gehalt an Invertzuckern (wie Honig) ist insbesondere der Gehalt am Spurenelement Chrom hervorzuheben. Es mag verwundern, dass gerade Melasse zu den chromreichsten Futterkomponenten im Pferdefutter gehört. Die Werte schwanken zwar bodenabhängig, aber man kann mit gutem Gewissen von einem Chromgehalt von 2 bis 3 Milligramm pro Kilogramm Melasse ausgehen. Chrom ist Bestandteil des Biomoleküls Chromodulin, das als Glukosetoleranzfaktor gilt und der Zelle erst ermöglicht, Glukose aufzunehmen.

Ein Chrommangel bzw. ein Fehler in der Bildung von Chromodulin gilt als der Hauptauslöser der Insulinresistenz bei Pferden. Einflüsse auf den Energiestoffwechsel und die nervliche Belastbarkeit gehören ebenso zum breiten Wirkungsbereich dieses Spurenelements. Eine klassische Heu-Hafer-Stroh-Fütterung kann den Bedarf eines Pferdes an Chrom nicht im Entferntesten decken. Daher war es gute fachliche Praxis, Futterrationen für Pferde mit Melasse anzureichern bzw. melassehaltige Futtermittel einzusetzen. Die Insulinsresistenz war daher nie ein Thema.

Ein Futter, in dem Getreide durch einen kleinen Teil Melasse ausgetauscht wird, ist schmackhafter, leichter verdaulich und reicher an Mineralien. Erst wenn man die Vorzüge kennt, wird die Bedeutung der Melasse in der Pferdefütterung klar. Vermutlich hat Kolumbus bereits auf seinen Reisen diese Vorzüge der Melasse kennengelernt und auch ihren Nutzen für die Pferdefütterung erkannt. Für den Entdecker war es die „gesündeste und beste Nahrung der Welt“.

In den folgenden Jahrhunderten galt der Einsatz von Melasse als überaus wertvoll und gesundheitsfördernd und war bei Arbeits- und Kavalleriepferden überaus beliebt. Melasse ist und bleibt somit ein hochwertiges natürliches Futtermittel. Sie enthält all die wertvollen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Proteine, die der Zuckerrübe entzogen wurden und im Endprodukt Zucker nicht mehr enthalten sind.

Lediglich wenn ein Pferd schon an einer Stoffwechselerkrankung wie EMS oder ECS erkrankt ist, kann der Verzicht sinnvoll sein. Für alle anderen Pferde gilt: Der Einsatz von Melasse ist sinnvoll bzw. für alle Zucht- und Sportpferde empfehlenswert.

Infos zu diesem Thema gibt es bei Jens Lyke, Telefon 0175 . 2958206, jens.lyke@agravis.de, www.derby.de.

 

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