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EM Göteborg: Zwölf Medaillen für deutsche Reiter, Fahrer und Pferde

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Göteborg/SWE (fn-press). Im schwedischen Göteborg gingen am Sonntagabend die letzten Europameisterschaften im Pferdesport für dieses Jahr zu Ende. In den Disziplinen Dressur, Para-Dressur, Springen und Vierspänner-Fahren sammelten die deutschen Teilnehmer zwölf Medaillen. Ein Ergebnis, das auf weitere Sternstunden bei den Weltreiterspielen in Tryon 2018 hoffen lässt.

Bereits am Montag gewannen die Para-Dressurreiter zwei Einzel-Silbermedaillen – Claudia Schmidt (Darmstadt) mit Romeo Royal und Elke Philipp (Treuchtlingen) mit Regaliz waren erfolgreich im sogenannten Championship-Test. Nach dem neuen Wettkampf-Modus, der erstmals in Göteborg zum Einsatz kam, folgte erst am zweiten Tag die Mannschafts-Entscheidung in nur einer Prüfung, dem sogenannten Team-Test. Hier verpassten die deutschen Starter erstmals seit zehn Jahren mit Platz vier knapp eine Medaille. In der abschließenden Kür gab es dann aber sogar noch zweimal Edelmetall zu feiern: Silber für Steffen Zeibig (Arnsdorf) und Feel Good sowie Bronze für Elke Philipp mit Reagliz und die jüngste deutsche Reiterin, die 25-jährige Alina Rosenberg (Konstanz) mit Nea’s Daboun.

Am Dienstag gingen die Blicke der Zuschauer von der Heden-Arena, in der die Wettkämpfe der Para-Dressurreiter und Vierspänner-Fahrer stattfanden, in Richtung Ullevi-Stadion. In dem 40.000 Zuschauer fassenden Fußballstadion wurde in den Disziplinen Dressur und Springen um die Medaillen gekämpft. Ebenfalls fünf Titel heimsten die deutschen Dressurreiter ein. Für Isabell Werth (Rheinberg) und Weihegold OLD gab es Einzel-Gold in Grand Special und Kür. Silber gewannen jeweils der erst 22-jährige Sönke Rothenberger (Bad Homburg) und sein zehnjähriger Wallach Cosmo. Vor allem in der Kür war es ein atemberaubendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den deutschen Paaren, das beide mit einem Weltklasse-Ergebnis von mehr als 90 Prozent beendeten. Zum Gold-Team gehörten auch Helen Langehanenberg (Billerbeck) mit Damsey FRH und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Sammy Davis jun., die am ersten Grand-Prix-Tag in Göteborg die Grundlage für den überlegenen deutschen Sieg in der Mannschaftswertung gelegt hatten. Ein Ergebnis, das umso bemerkenswerter ist, da mit Desperados FRH und Showtime FRH gleich zwei deutsche Pferde verletzungsbedingt ausfielen, die im vergangenen Jahr noch zum siegreichen Olympia-Team von Rio gehörten.

Für die deutschen Vierspänner-Fahrer ging es erst am Donnerstag richtig los– und wie! Alle drei Gespanne blieben in der Dressur unter 50 Strafpunkten. Die drei deutschen Teilnehmer, Mareike Harm (Negernbötel), Christoph Sandmann (Lähden) und Georg von Stein (Modautal), lagen von Tag eins an auf dem Silberrang hinter den großen Konkurrenten aus den Niederlanden. Am Samstag führte die Marathon-Strecke durch die Göteborger Innenstadt. Rund 20.000 Zuschauer jubelten den Fahrern und ihren Pferden zu. Zur größten Herausforderung wurde der Boden im Slottskogen-Park, der im Laufe des Tages immer tiefer wurde. Doch die deutschen Gespanne schlugen sich achtbar und verteidigten Platz zwei. Christoph Sandmann kämpfte sich sogar auf Rang drei vor, den er auch im abschließenden Kegel-Fahren am Sonntag nicht mehr hergab. Er durfte sich sogar zwei Medaillen umhängen lassen, denn auch Mareike Harm und Georg von Stein ließen im Parcours nichts anbrennen und sicherten den Silberrang für die Mannschaft.

Starke, mutige und stilsichere Runden lieferten die deutschen Springreiter mit ihren Pferden von Mittwoch bis Sonntag im Parcours ab. Mit einer Medaille wurden sie zwar nicht belohnt, doch vor allem die EM-Debütanten Laura Klaphake (23, Steinfeld, Platz 17) und Catch me if you can, Maurice Tebbel (23, Emsbüren) und Chaccos‘ Son sowie Philipp Weishaupt (32, Riesenbeck Platz zwölf) und LB Convall, reisen mit vielen wichtigen Erfahrungen im Gepäck nach Hause. Das beste Einzelergebnis gelang Marcus Ehning (42, Borken) mit Pret A tout, die Platz sechs belegten. Die Teamwertung schloss Deutschland auf Rang fünf ab. Auch das fünfte deutsche Paar, das als Reserve auch in den internationalen Rahmenprüfungen starten durfte, lässt für die Zukunft hoffen. Simone Blum (Zolling) und DSP Alice dürfen sich inoffiziell „Europameister der Ersatzreiter“ nennen. Sie gewannen am Samstagabend mit einer mustergültigen Runde den Großen Preis von Göteborg und freuen sich nun auf ihren Einsatz beim Nationenpreisfinale in Barcelona Anfang Oktober.
Ein rundum positives Fazit der EM in Göteborg kann ob der Erfolge und vor allem der harmonischen Vorstellungen der deutschen Reiter und Pferde Dr. Dennis Peiler ziehen. Der der Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) sagte: „Wir befinden uns in einem post-olympischen Jahr. Das heißt, es geht vor allem darum, die Weichen für die nächsten drei Jahre zu stellen. Dazu gehört insbesondere, neue, junge Paare für größere Aufgaben zu testen und ihnen die Chance zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Umso erfreulicher ist es, dass sich die neuen Paare sehr ordentlich geschlagen haben. Die zwölf Medaillen, die wir in Göteborg sammeln konnten, machen Hoffnung für die kommenden Weltreiterspiele in den USA, bei denen es dann um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio geht.“ Auch für die Organisatoren der Europameisterschaften gab es ein Lob von Peiler: „Großes Kompliment für dieses phantastische Event. Alle Disziplinen hatten optimale sportliche Rahmenbedingungen.“ jbc

Eine ausführliche Berichterstattung zu den einzelnen Disziplinen der EM in Göteborg gibt es im Newsticker und www.pferd-aktuell.de/em2017


Source: Presseservice Kerstan / Turniernews

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